Untersuchungsausschuss Wirecard-Kreuzverhör auf Kreuzberger Art

Als Gastarbeitertochter war Cansel Kiziltepe lange auf Migrationsthemen gebucht. Mit Sachverstand und harmlos klingenden Fragen ist die SPD-Finanzfrau eine Schlüsselfigur im Wirecard-Ausschuss geworden. Diese Woche nimmt sie sich die Minister Scholz und Altmaier sowie die Bundeskanzlerin vor.
"Haben Sie eigentlich Wirecard-Aktien?": SPD-Bundestagsabgeordnete und Finanzexpertin Cansel Kiziltepe

"Haben Sie eigentlich Wirecard-Aktien?": SPD-Bundestagsabgeordnete und Finanzexpertin Cansel Kiziltepe

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imago

Diese Frage steht nicht in den Unterlagen, die sie vorbereitet hat. Cansel Kiziltepe (45) stellt sie spontan: „Haben Sie eigentlich Wirecard-Aktien?“, erkundigt sich die SPD-Finanzexpertin bei Ralf Bose (55). Es ist Anfang Dezember 2020, und Bose, damals Leiter der Wirtschaftsprüfungsaufsicht Apas, muss als Zeuge im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu dem insolventen Dax-Konzern aussagen. Kiziltepe erwartet ein klares Nein und denkt schon über die nächsten Fragen nach, als Bose sagt: „Ich habe jetzt keine, nee.“

Die Abgeordnete hakt verdutzt nach: „Jetzt keine mehr, oder?“ Bose muss einräumen, dass er sehr wohl mit Wirecard-Aktien gehandelt hat – und zwar noch kurz vor dem Kollaps des Aschheimer Zahlungsdienstleisters, während die Apas den Fall bereits untersuchte.

Es ist eine der Glanzleistungen im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestages, der seit Oktober die Pleite des Konzerns und die politischen Verwicklungen aufzuarbeiten versucht. Kiziltepe entlarvte mit ihrer Frage, wie eine Behörde, die bis dahin komplett im Hintergrund agierte und sich nie in der Öffentlichkeit rechtfertigen musste, ein Eigenleben entwickelt hat und sich nicht um Governance-Regeln scherte.

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