Dienstag, 28. Januar 2020

Spionageaffäre Bundestag will NSA-Affäre untersuchen

So viele Codes wie möglich knacken: Hauptquartier des US-Geheimdienstes NSA

Die NSA-Spionageaffäre, in deren Verlauf auch das Handy der Bundeskanzlerin angezapft wurde, soll jetzt einen Untersuchungsausschuss beschäftigen. Regierung und Opposition im Bundestag sind sich da einig. Derweil arbeitet der US-Geheimdienst offenbar bereits an einem neuen Spionage-Supercomputer.

Berlin - Der Bundestag wird die NSA-Spionageaffäre in einem eigenen Untersuchungsausschuss aufarbeiten. "Wenn die Opposition der Auffassung ist, dass ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden soll, werden wir uns dem nicht verschließen", erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU).

Zuvor hatten bereits die Koalitionsparteien SPD und CSU ihre Bereitschaft erklärt, der Forderung der Opposition aus Linkspartei und Grünen nach einem Untersuchungsgremium nachzukommen.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hatte der "Süddeutschen Zeitung" gesagt: "Ich halte einen Untersuchungsausschuss für unausweichlich." Diese Affäre müsse gründlich aufgeklärt werden. Bisher hatte die SPD ihre Zustimmung vom genauen Arbeitsauftrag des Gremiums abhängig gemacht. Oppermann verzichtete nun auf diese Bedingung, sprach sich aber für Gespräche zwischen Koalition und Opposition aus.

Neuer NSA-Superrechner soll alle Verschlüsselungen knacken können

Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) hatte jahrelang auch das Handy von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) überwacht. Derweil arbeitet der NSA offenbar daran, einen Supercomputer zu entwickeln, der fast alle Verschlüsselungen weltweit knacken kann.

Der Rechner solle nach den Gesetzen der Quantenmechanik funktionieren und wäre in der Lage, die Verschlüsselung elektronischer Bankdaten, Krankenakten, Geschäftsunterlagen und Regierungsdokumente zu überwinden, berichtete die "Washington Post" am Donnerstag unter Berufung auf Dokumente des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden. Die Entwicklung eines Quantencomputers, der um ein Vielfaches schneller wäre als alle herkömmlichen Großrechner, sei Teil eines 80 Millionen Dollar teueren NSA-Forschungsprogrammes.

rei/dpa/rtr

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