Freitag, 20. September 2019

2020 wird alles besser Erneute Panne bei Regierungsflieger - Bundeswehr kauft drei neue Maschinen

"Konrad Adenauer": Der Regierungsflieger hatte gestern schon wieder eine Reifenpanne - Bundesfinanzminister Scholz muss daher auf eine kleinere Maschine umsteigen

Nach zahlreichen Pannen von Regierungsfliegern schafft die Bundesregierung drei neue Maschinen für die Flugbereitschaft an. Das teilte das Bundesverteidigungsministerium am Mittwochabend mit. Demnach genehmigte der Haushaltsausschuss des Bundestages den Kauf von drei Airbus-Flugzeugen zum Preis von rund 1,2 Milliarden Euro.

Die drei Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 sollen noch in diesem Monat bestellt werden. Ab 2020 soll das erste von ihnen dann bei der Flugbereitschaft im Einsatz sein. Die anderen beiden A350 folgen zwei Jahre später. So könnten "langfristig ältere Flugzeugmuster abgelöst werden", erklärte das Ministerium. Die Maschinen können den Angaben zufolge bis zu 15.000 Kilometer weit fliegen.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Probleme mit den Flugzeugen der Bundeswehr-Flugbereitschaft gegeben. Auch heute musste beispielsweise Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf eine kleinere Maschine umsteigen.

Der SPD-Politiker wollte am Donnerstag eigentlich mit dem großen Regierungsflieger "Konrad Adenauer" zur Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Washington fliegen. Der A340 bleibt aber nach einem erneuten Reifenproblem bei einer Landung vorerst am Boden. Die Maschine sei erst einmal aus dem Verkehr gezogen worden, bis die Analyse des Vorfalls abgeschlossen sei, hatte ein Sprecher der Luftwaffe am Mittwoch gesagt. Scholz muss daher nun die kleinere A321 nehmen mit einem Tankstopp in Island.

"Konrad Adenauer" hat immer wieder Probleme

Schon am Montag vergangener Woche war bei der Landung in New York ein Reifen der "Konrad Adenauer" geplatzt. Die Panne verzögerte den Besuch von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), der mit seiner Delegation an Bord war.

Im Februar hatte Maas wegen eines Hydraulik-Defekts am Fahrwerk seines Flugzeugs vorübergehend im westafrikanischen Mali festgesessen. Die Luftwaffe schickte damals den A340 "Theodor Heuss", um Maas und seine Delegation abzuholen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wiederum strandete Ende Januar vorübergehend in Äthiopien. Auch Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) wurde kürzlich auf einer Afrikareise von einer Flugzeugpanne aufgehalten.

Scholz war schon im vergangenen Oktober von den Pannen bei den Regierungsfliegern betroffen. Wegen einer kaputten Maschine musste er seine Rückreise von der IWF-Tagung in Indonesien umplanen. Damals wurde die "Konrad Adenauer" ein Opfer von Nagetieren, die offensichtlich Elektrokabel durchgebissen hatten. Scholz wurde kurzfristig auf einen Linienflug umgebucht.

mg/AFP, dpa-afx

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