Angebot der Bundesregierung Marine will MV-Werftgelände in Rostock kaufen

Die Bundesregierung hat ein Angebot für den Kauf des Geländes der insolventen MV-Werften-Gruppe in Rostock abgegeben. Der Standort soll in ein Marinearsenal umgewandelt werden.
Laufkatzen am Kran der MV-Werft in Rostock-Warnemünde: Die Bundesregierung will den Standort als Reparaturbetrieb für die Marine kaufen

Laufkatzen am Kran der MV-Werft in Rostock-Warnemünde: Die Bundesregierung will den Standort als Reparaturbetrieb für die Marine kaufen

Foto: Jens Büttner / dpa

Nach der Pleite der MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern wird nun auch eine Lösung für den Standort in Rostock konkreter. Die Bundesregierung habe ein Angebot abgegeben, die Werft in Rostock-Warnemünde zu erwerben, um sie in ein Marinearsenal umzuwandeln, bestätigte das Bundesverteidigungsministerium am Freitag

Mit dem Angebot der Bundesregierung dürfen sich bis zu 500 Beschäftigte Hoffnungen machen. Beteiligt sei auch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Weitere Details des Angebots sind nicht bekannt, auch der Insolvenzverwalter der Werften-Gruppe, Christoph Morgen, hielt sich bedeckt.

"Die Angebotsfrist endet mit Ablauf des heutigen Tages. Die bis dahin eingegangenen Angebote werden wir prüfen und anschließend mit dem Gläubigerausschuss besprechen", hieß es von Morgen lediglich. Der Insolvenzverwalter hatte bereits am Mittwoch deutlich gemacht, dass eine Zusage für den Bund nicht feststehe, es gebe noch andere Interessenten. Bereits am Montag hatte das Bundesverteidigungsministerium sein Interesse offiziell bestätigt und ein Angebot angekündigt.

Den bisher bekannten Informationen nach könnte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) im Falle des Zuschlags die Infrastruktur der Werft übernehmen, um dort das Marinearsenal der Bundeswehr anzusiedeln. Dieses übernimmt die Instandhaltung der deutschen Marine. Die Zahl der Arbeitsplätze, die hierdurch entstehen könnten, wurde mit 400 bis 500 angegeben.

Auch Plattformen für Offshore-Windkraftanlagen möglich

Die Vertreter der Gewerkschaft IG-Metall in Rostock hatten zur Wochenmitte die Hoffnung geäußert, dass für die rund 600 ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rostock bei einer Weiterbeschäftigung im öffentlichen Dienst nahezu keine Beschäftigungslücke entstehen würde. Zuvor hatte die Landesregierung die Transfergesellschaft für insgesamt 1500 Beschäftigte in Wismar, Rostock und Stralsund bis maximal Ende Oktober verlängert.

Doch auch der Bau von Plattformen für Offshore-Windkraftanlagen wird von den Arbeitnehmervertretern weiter als zusätzliche Möglichkeit zur Nutzung des Werft-Areals angepriesen. Die Gewerkschaft sieht darin das Potenzial, zusätzliche Arbeitsplätze am Standort zu schaffen, auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte wiederholt eine solche Ansiedelung ins Gespräch gebracht. Dem Insolvenzverwalter zufolge befinden sich bereits jetzt Interessenten aus der Branche im Bieterverfahren, auch Platz wäre vorhanden.

Für den MV-Standort in Wismar wurde durch den Einstieg von Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) für den Militärschiffbau bereits eine Lösung gefunden. TKMS will dort ab 2024 U-Boote bauen und je nach Umfang der Aufträge zwischen 800 und 1500 Arbeitsplätze sichern.

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