Dienstag, 23. April 2019

Schiffskredite bringen Landesbank in Not Kapitalerhöhung zur Rettung der Bremer Landesbank unwahrscheinlich

Der Neubau der Bremer Landesbank ist schon weit vorangeschritten. Faule Schiffskredite stellen jedoch die Zukunft der Landesbank in Frage

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält eine gemeinsame Kapitalerhöhung seines Bundeslandes mit Bremen zur Rettung der angeschlagenen Bremer Landesbank (BLB) derzeit nicht für realistisch. "Der klassische Weg, nämlich dass beide Partner das notwendige Kapital bereitstellen, scheint nicht zu funktionieren", sagte der Regierungschef dem "Weser-Kurier" (Donnerstag). "Aber wir werden uns alle Mühe geben und die Bremer Landesbank retten."

Weil reagierte auf Äußerungen seines Bremer Kollegen Carsten Sieling (SPD), der grundsätzlich auch eigene Kapitalhilfen für die BLB nicht ausgeschlossen hatte. Dies werde natürlich ein weiteres Mal geprüft, obwohl es für Bremen ein riesiger Schritt wäre und nach überwiegender Einschätzung mit EU-Vorgaben nicht vereinbar sei, so Sieling.

Der BLB steht wegen fauler Schiffskredite ein Fehlbetrag von schätzungsweise 400 Millionen Euro ins Haus. Träger der BLB sind die niedersächsische NordLB (55 Prozent) und das Land Bremen (41 Prozent).

Derzeit liegen zwei Modelle vor. Entweder bringe Bremen seine Anteile bei der NordLB ein oder die NordLB erwerbe Bremens Anteile, sagte Weil. "Wenn jetzt doch die Variante Kapitalerhöhung wieder eine stärkere Rolle spielen soll, dann müssen uns das unsere Gesprächspartner und Nachbarn sagen."

la/dpa

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