Sonntag, 25. August 2019

Besoldungsreport Wo Beamte in Deutschland am meisten verdienen

Ob Polizisten oder Lehrer: In Bayern verdienen Beamte am meisten, schreibt der DGB in seinem Besoldungsreport

Ob Lehrer, Polizist oder Gerichtsvollzieher: Die Bundesländer bezahlen ihre 1,3 Millionen Beamten teilweise sehr unterschiedlich. Dies geht aus dem neuen Besoldungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor.

Danach können die Differenzen in der Besoldung in einer Gehaltsgruppe jährlich mehrere tausend Euro betragen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf den ihr vorliegenden Report. Bayern überweise seinen Staatsdienern der DGB-Analyse zufolge am meisten, nur der Bund zahle seinen 180.000 Beamten noch mehr, heißt es in dem Bericht. Am wenigsten werde in Berlin bezahlt.

Gewerkschaften können für Beamte keine Tarifverträge abschließen. Die Staatsdiener müssen sich darauf verlassen, dass ihre Dienstherren die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst auf sie übertragen.

Kritik an "Besoldung nach Kassenlage"

Das gilt auch für die gerade abgeschlossene Tarifrunde für die Angestellten im Landesdienst, deren Gehälter rückwirkend zum 1. Januar um zwei Prozent und 2018 um weitere 2,35 Prozent steigen. Voraussichtlich werden aber nicht alle Länder das Ergebnis eins zu eins auf ihre Beamten übertragen.

Seit 2006 können die Länder wie der Bund entscheiden, ob und wie sie die Tarifabschüsse für die eigenen Beamten übernehmen wollen. Außerdem dürfen sie seit 2002 bestimmen, ob sie Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld voll auszahlen, streichen oder kürzen. Diese rechtliche Freiheit nutzten die Länder oftmals aus, um ihren Beamten "vor allem angesichts der zum Teil diffizilen Haushaltslagen wiederholt Sonderopfer abzuverlangen", zitiert die Zeitung aus dem DGB-Report.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack forderte dem Bericht zufolge, Schluss zu machen mit einer "Besoldung nach Kassenlage". Angesichts der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt gerade für Spezialisten könnten sich die Länder dies nicht mehr leisten.

rei/dpa/afp

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