Sonntag, 15. Dezember 2019

Unbefristeter Bahnstreik hat begonnen Weselsky kostet Deutschland 100 Millionen Euro pro Tag

Teure Machtspiele: Weselsky führt eine kleine Gewerkschaft, will aber ein Großer sein. Groß ist immerhin der Schaden des Sreiks - zehn Tage Bahnstreik würden rund eine Milliarde Euro kosten und das Bruttoinlandsprodukt rechnerisch um 0,1 Prozent drücken

2. Teil: "100 Prozent Auslastung": Weselsky ist Mitarbeiter des Monats bei Sixt

Autoverleiher Erich Sixt: "Eine Auslastung von 100 Prozent hatten wir noch nie. Wir hätten gut und gerne noch ein paar Tausend Autos mehr vermieten können"

Der Bahnstreik kennt aber auch Gewinner - vom Taxigewerbe über die Busunternehmen bis hin zu Autovermietern. Sie profitieren vom erzwungenen Umstieg von der Schiene auf die Straße.

Schon der jüngste Streik sorgte für Umsatzrekorde beim Autovermieter Sixt. "Eine Auslastung von 100 Prozent hatten wir noch nie", freut sich Konzernchef Erich Sixt. Er hätte gut und gerne noch "ein paar Tausend Autos mehr" vermieten können. Beim neuen Streik werde wieder das Gleiche passieren.

Fährt mein Zug?
Die Deutsche Bahn informiert auf dieser Seite über kurzfristige Verkehrsbehinderungen im Regional- und Fernverkehr sowie über Ersatzfahrpläne.

Zusätzlich zur allgemeinen Servicenummer der Deutschen Bahn unter 0180 6 99 66 33 (20ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk max. 60ct/Anruf) ist eine kostenlose Servicenummer unter 08000 99 66 33 geschaltet.
Die Wirtschaft befürchtet allerdings, dass der Dauerstreik auf den Standort Deutschland abstrahlt. "Abgesehen von den wirtschaftlichen Schäden und der Belastung für die Berufspendler droht der auch ein Reputationsverlust bei ausländischen Investoren, weil Deutschland bisher als Land mit wenig Streiks galt", sagte Commerzbank-Ökonom Krämer.

Beim Industrieverband BDI wird das ähnlich gesehen: Mit dem neunten Streik innerhalb von zehn Monaten setze die GDL den guten Ruf des Logistikstandortes Deutschland aufs Spiel und höhle das Vertrauen in seine Verlässlichkeit aus.

Streik der Lokführer: Keine Katastrophe, aber töricht

la/reuters

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