Regierungsprognose bis 2020 Eine Million neue Jobs, 350.000 neue Arbeitslose

Die Bundesregierung rechnet in den kommenden vier Jahren mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Grund ist die "starke Migration". Aber auch die Zahl der Beschäftigten soll stark wachsen.
Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg

Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Die Bundesregierung stellt sich auf mehr Arbeitslose ein. Das geht aus Berechnungen des Bundesfinanzministeriums hervor, berichtet die "Bild"-Zeitung.

Das Ministerium geht davon aus, die Zahl der Erwerbslosen werde im kommenden Jahr um durchschnittlich 110.000 auf dann 2,86 Millionen steigen. Grund sei die "starke Migration". Es wäre der erste Anstieg der Arbeitslosigkeit seit 2013.

Dieser Trend soll sich am Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren fortsetzen. Der Prognose zufolge wird das Arbeitskräfteangebot in Deutschland im Zuge der Flüchtlingskrise schneller wachsen als die Zahl der Beschäftigungsmöglichkeiten. Bis 2020 wird sich die Zahl der Erwerbslosen auf durchschnittlich 3,1 Millionen erhöhen.

Demgegenüber steht ein weiterer Zuwachs an Jobs in Deutschland insgesamt: Die Regierung gehe von einem Plus um gut eine Million auf 44,1 Millionen im Jahresdurchschnitt 2020 aus.

Schäuble spart Milliarden

Im Juli lag die Zahl der Arbeitslosen bei 2,661 Millionen . Das sind 112.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,0 Prozent.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Bundesregierung in diesem Jahr nicht alle für die Flüchtlingskrise vorgesehenen Gelder ausschöpfen wird. Nach Informationen des "Handelsblatts" wird Finanzminister Wolfgang Schäuble wegen der guten Entwicklung des Bundeshaushalts Rücklagen für die Flüchtlingskosten in Höhe von 6,1 Milliarden Euro nicht aufbrauchen. Die bereits im Etat verbuchte Rücklage werde voraussichtlich nicht benötigt.

Verwandte Artikel