Montag, 24. Februar 2020

1,4 Millionen Menschen im Jahresschnitt So wenig Erwerbslose wie nie seit Wiedervereinigung

An Jobs und Erwerbsmöglichkeiten fehlte es in Deutschland im vergangenen Jahr nicht
Christian Charisius / DPA
An Jobs und Erwerbsmöglichkeiten fehlte es in Deutschland im vergangenen Jahr nicht

Die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland, die nicht zu verwechseln ist mit der Arbeitslosenzahl, ist im Jahresdurchschnitt 2019 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Nach vorläufigen Schätzungen lag sie bei 1,4 Millionen Menschen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit.

Die Bundesagentur für Arbeit hatte für das vergangene Jahr eine Arbeitslosenzahl von 2,267 Millionen Menschen im Jahresschnitt berichtet. Das waren 73.000 weniger als 2018. Die BA führte dies auf die "gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bis in das erste Jahresdrittel 2019" zurück.

Auch der Arbeitsmarkt in der Europäischen Union habe sich vom Tiefpunkt nach der Finanzkrise 2009 "weitgehend erholt", berichtet das Statistische Bundesamt weiter. Damals war die Arbeitslosigkeit auf dem Globus auf einen Höchstwert gestiegen: 212 Millionen Menschen ohne Job zählte seinerzeit die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). Das waren 6,6 Prozent der Weltbevölkerung im arbeitsfähigen Alter. In ihrem jüngsten Bericht für das Jahr 2019 kommt die ILO weltweit auf 188 Millionen Erwerbslose.

Auch EU-weit sinkt die Zahl der Menschen ohne Arbeit dank besserer Konjunktur seit mehreren Jahren wieder, wie das Statistische Bundesamt ausführt. Ausweislich von Daten des Europäischen Statistikamtes Eurostat gab es demnach im September 2019 - dem aktuellsten Monat, für den Erwerbslosenquoten für alle 28 EU-Staaten vorliegen - im EU-Schnitt 6,3 Prozent Erwerbslose. EU-weit waren in dem Monat 15,6 Millionen Menschen ohne Arbeit.

Niedriger als in Deutschland (3,1 Prozent) war die Erwerbslosenquote im September vergangenen Jahres im EU-Vergleich nur in Tschechien (2,1 Prozent). Am schwierigsten ist die Arbeitssuche demnach in Griechenland und Spanien, wo 16,8 Prozent bzw. 14,2 Prozent der Erwerbspersonen ohne Job waren.

rei/dpa

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