Dienstag, 16. Juli 2019

Arbeitsmarktdaten Nachfrage nach neuen Mitarbeitern wird merklich schwächer

Arbeitsmarkt: Nachfrage nach neuen Mitarbeitern wird merklich schwächer

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist trotz leicht gesunkener Arbeitslosenzahlen die konjunkturelle Abkühlung spürbar: Die Zahl der Erwerbslosen ist im Juni nur noch wenig zurückgegangen. Die Bundesagentur für Arbeit zählte 20.000 Arbeitslose weniger als im Mai und 60.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Gesamtzahl sank damit auf 2,216 Millionen. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,9 Prozent.

Die Bundesagentur wertete das als Zeichen der Abschwächung. "Die schwächere konjunkturelle Entwicklung hinterlässt leichte Spuren auf dem Arbeitsmarkt", sagte Behördenchef Detlef Scheele am Montag in Nürnberg. "Die Zahl der gemeldeten Stellen geht auf hohem Niveau zurück und das Beschäftigungswachstum verliert an Dynamik."

Die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeitern wird demnach merklich schwächer. Im Juni waren 798.000 offene Stellen bei der Bundesagentur gemeldet, 8000 weniger als ein Jahr zuvor.

Die Unterbeschäftigung, die auch Menschen erfasst, die gerade beispielsweise an einer Weiterbildung teilnehmen, lag bei 3,17 Millionen. Sie stieg saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 6000. Im Vorjahresvergleich ging die Zahl um 62.000 zurück.

Die Zahl der Erwerbstätigen jedoch ist weiter gestiegen und lag nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes im Mai bei 45,28 Millionen - das waren 21.000 mehr als im Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr waren es 462.000 Erwerbstätige mehr.

Der Anstieg basiert laut BA weitgehend auf einer höheren Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Arbeitnehmer. Insgesamt hatten laut Hochrechnung der BA im April 33,38 Millionen Menschen einen regulären Job. Saisonbereinigt war das von März auf April ein Plus von 38.000.

Arbeitslosigkeit im Euroraum so niedrig wie seit 2008 nicht mehr

Auch im Euroraum geht weiter die Arbeitslosigkeit zurück. Im Mai fiel die Arbeitslosenquote in den 19 Euroländern gegenüber dem Vormonat um weitere 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent, teilte das Statistikamt Eurostat am Montag im Luxemburg mit. Das ist der tiefste Stand seit Juli 2008. In den 28 EU-Ländern ging die Quote ebenfalls um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent zurück. Das ist der tiefste Stand seit Beginn der monatlichen Aufzeichnungen Anfang des Jahrtausends.

In der Europäischen Union waren im Mai 15,653 Millionen Menschen arbeitslos, im Euroraum waren es 12,348 Millionen Menschen. Im Monatsvergleich ging die Arbeitslosigkeit in der EU um 71.000 Menschen zurück, im Euroraum sank sie um 103.000 Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Arbeitslosigkeit sowohl in der EU als auch im Euroraum um deutlich mehr als eine Million.


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Nach wie vor ist die Arbeitsmarktsituation in Europa sehr unterschiedlich. In Deutschland und den Niederlanden sind nur wenige Menschen arbeitslos, während in Griechenland, Spanien und Italien hohe Arbeitslosenquoten verzeichnet werden. Allerdings hat sich die Situation in Griechenland und Spanien in den vergangenen Jahren sehr verbessert.

dpa/akn

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