Mutmaßlicher Attentäter Amri weiter auf der Flucht Fingerabdrücke von Anis Amri im Lkw gesichert

Der meistgesuchte Mann Europas ist weiter auf der Flucht. Der Verdacht, dass Anis Amri den Tat-Lkw steuerte, erhärtet sich. Vor und nach der Tat soll er sich in Berlin-Moabit aufgehalten haben.
Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamt (BKA)

Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamt (BKA)

Foto: DPA/ BKA

Liebe Leserinnen und Leser, wir beenden für heute unseren Newsblog über das Attentat in Berlin und die Fahndung nach Anis Amri. Sollte sich Relevantes ergeben, nehmen wir die Berichterstattung wieder auf und empfehlen für die Zwischenzeit den Newsblog unserer Kollegen von Spiegel Online . Wir wünschen Ihnen eine friedliche Nacht.

21 Uhr: Der Sender rbb berichtet , dass sich Amri in den Tagen vor dem Anschlag zeitweise in einer Moschee in Berlin-Moabit aufgehalten hat, die im Verdacht stehe, die Organisationszelle der "Isis-Leute in Berlin" zu sein. Auch nach dem Anschlag soll er kurzzeitig in Moabit gewesen sein.

19 Uhr: Die Polizei hat im Laufe des Tages mehrere Gebäude in Berlin und Nordrhein-Westfalen durchsucht, darunter nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa auch ein Salafistentreffpunkt im Berliner Stadtteil Moabit, in dem Amri verkehrt haben soll.

15.15 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat bestätigt, dass im Anschlagslastwagen Fingerabdrücke des gesuchten Tatverdächtigen Anis Amri gefunden wurden. Die Spuren wurden im Führerhaus des Lastwagens gesichert, wie de Maizière in Berlin sagte. Der Innenminister hatte sich zuvor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesjustizminister Heiko Maas beim Bundeskriminalamt in Berlin über den Stand der Ermittlungen informiert.

13.15 Uhr: Beim Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist eine Frau aus Italien ums Leben gekommen. Das bestätigte die Regierung in Rom. "Italien gedenkt Fabrizia Di Lorenzos, einer von den Terroristen getöteten Musterbürgerin. Das Land schließt sich tief bewegt dem Schmerz der Familie an", schrieb Ministerpräsident Paolo Gentiloni am Donnerstag auf Twitter.

13 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner tritt eine Diskussion um ein mögliches Versagen deutscher Sicherheitsbehörden los. Der Politiker kritisiert laut dpa-afx "katastrophale Fehler" der Behörden und erhebt Vorwürfe gegen NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). "Es liegt offenbar ein Staatsversagen vor, das nicht toleriert werden kann", sagte Lindner. "Es ist ein altes Muster von Herrn Jäger, dabei Verantwortung reflexhaft an andere wegzudrücken." Wer die Fehler zu verantworten habe, müsse präzise ermittelt werden. Lindner forderte: "Gefährder müssen zukünftig lückenlos überwacht werden. Dafür müssen die technischen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden." Notfalls sollten ihnen elektronische Fußfesseln angelegt werden.

12.30 Uhr: Der Verdacht, dass der Tunesier Anis Amri den Lkw in die Menschenmenge des Berliner Weihnachtsmarkts gesteuert haben könnte, verdichtet sich. An der Tür des Tatfahrzeugs hätten die Ermittler laut NDR, WDR und "SZ" Fingerabdrücke des tatverdächtigen Tunesiers gefunden. Die Polizei lehnt eine Stellungnahme ab und verweist auf den Generalbundesanwalt. In der Fahrerkabine des Lkw waren bereits Ausweispapiere gefunden worden, die die Behörden auf die Spur des Mannes geführt hatten.

12 Uhr: Offenbar bot sich der Terrorverdächtige Anis Amri in der Islamistenszene schon früh als möglicher Selbstmordattentäter an. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf Informationen aus dem Kreis von Sicherheitsbehörden. Entsprechende Äußerungen von Amri aus der Telekommunikationsüberwachung (Internet) seien aber so verklausuliert gewesen, dass sie nicht für eine Festnahme gereicht hätten.

11 Uhr: Der Bruder des gesuchten Tunesiers Anis Amri hat den Flüchtigen aufgefordert, sich den Ermittlungsbehörden zu stellen. "Ich bitte ihn, sich in die Polizei zu stellen", sagte , Abdelkader Amri der englischsprachigen Nachrichtenagentur AP. Sollte sich herausstellen, dass sein Bruder in dem Fall verwickelt ist, werde sich seine Familie von Anis Amri lossagen. Abdelkader vermutet, dass sein Bruder Anis im Gefängnis in Italien radikalisiert worden sein könnte. Nach dem Ausbruch des arabischen Frühlings habe Anis Amris Tunesien verlassen und sei nach Italien gegangen.

10.40 Uhr: Die Bundesanwaltschaft hat dementiert, dass vier Kontaktpersonen des gesuchten Tatverdächtigen festgenommen worden sein sollen. "Nein, das ist nicht so", sagt ein Sprecher der obersten Ermittlungsbehörde. "Uns ist keine Festnahme bekannt." Der WDR hatte zuvor online  von einer Razzia in der Dortmunder Nordstadt und den angeblichen Festnahmen berichtet. Dem Bericht zufolge soll Amri Kontakte zu dem Dortmunder Salafisten Boban S. gehabt und teilweise dort gewohnt haben. S. wurde im November als IS-Unterstützer verhaftet.

Sehen Sie das Video zu Europas meistgesuchten Mann

9.30 Uhr: Der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt war offenbar von langer Hand vorbereitet worden. Schon vor Monaten sei in salafistischen Kreisen des Ruhrgebietes über einen Anschlag in Berlin geredet worden, bei dem ein Lkw eingesetzt werden soll, sagte der Strafverteidiger Burkhard Benecken dem "Kölner Stadt-Anzeiger".  Benecken vertritt einen der Angeklagten im Prozess um den Anschlag auf ein Sikh-Gebetshaus in Essen. "Mein Mandant hat mir im Mai erzählt, dass er von den Planungen gehört habe", zitiert das Blatt den Verteidiger.

8.30 Uhr: Deutsche Behörden hatten den mutmaßlichen Attentäter von Berlin schon länger im Visier, das wurde bereits gestern bekannt. Wenn er der Täter gewesen ist, stellt sich die Frage, ob Sicherheitsbehörden hier Fehler begangen haben und wie Amri, der als "Gefährder" eingestuft war, sich der lückenlosen Beobachtung der Behörden entziehen konnte.

Laut "Süddeutsche Zeitung" , hatten hiesige Behörden schon länger Informationen darüber, dass Amri in radikalen Kreisen verkehrte. Auch habe er gegenüber einer Vertrauensperson des Landeskriminalamts in NRW davon gesprochen, Anschläge begehen zu wollen. Den Behörden sei bekannt gewesen, dass er sich angeblich Waffen besorgen wollte. "Wir haben viele Gefährder", zitiert die Zeitung einen mit den Ermittlungen vertrauten Beamter. Aber "solche wie den haben wir nur wenige."

8 Uhr: Etwa 100 Polizisten und Ermittler haben am Morgen eine Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Emmerich durchsucht. Die Aktion war nach etwa einer Stunde beendet. Über das Ergebnis war zunächst nichts bekannt. Ein Sprecher der Polizei wollte sich zu der Durchsuchungsaktion nicht näher äußern und verwies auf den Generalbundesanwalt.

7.30 Uhr: Mit ihrem Mann wollte sie nur ein wenig die vorweihnachtliche Stimmung auf dem Markt genießen, das wurde ihnen zum Verhängnis: Unter den Todesopfern des Anschlags ist auch eine israelische Frau, bestätigte am Morgen das israelische Außenministerium. Die israelische Botschaft kümmere sich um die Überführung der Leiche in die Heimat. Ihr Mann, ebenfalls israelischer Staatsbürger, wurde bei der Attacke schwer verletzt. Er sei mehrmals operiert worden, schwebe aber nicht mehr in Lebensgefahr, so die Nachrichtenseite "ynet". Das Ehepaar habe zwei erwachsene Kinder. Sie waren in Berlin, um bei der Identifizierung zu helfen. Bei dem Anschlag waren zwölf Menschen getötet worden. Rund 50 Menschen wurden teils lebensbedrohlich verletzt.

7 Uhr: Der gesuchte Tunesier war den US-Behörden offenbar bekannt. Die "New York Times" berichtet unter Berufung US-Kreise, Anis Amir werde auf US- Flugverbotslisten geführt. Zudem habe er über den Internetdienst Telegram mindestens einmal mit dem IS Kontakt aufgenommen und online den Bau von Sprengsätzen recherchiert.

6.30 Uhr: Die Polizei Berlin lässt Anis Amri in ganz Europa suchen, die Fahndung läuft auf Hochtouren. Das Fahndungsschreiben hat sie nun auch in den Sprachen Arabisch, Dari, Farsi und Urdu veröffentlicht, berichtet die FAZ . Offensichtlich hoffen die Ermittler damit auch auf Hinweise von Menschen, die aus dem arabsichen Raum stammen. Für Hinweise die zur Ergreifung des Täters führen ist eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro ausgesedtzt. Zugleich wurde gewarnt, der 24-Jährige "könnte gewalttätig und bewaffnet sein".

Das Wichtigste aus der Nacht:

  • Die Polizei Berlin dementiert einen Bericht der "Welt", wonach ein Spezialeinsatzkommando zwei Wohnungen in der Hauptstadt gestürmt haben soll. Zudem teilten die Sicherheitskräfte mit, dass die Absperrungen am Breitscheidplatz aufgehoben worden seien. Die Arbeit der Polizei sei dort abgeschlossen.
  • Der künftige US-Präsident Donald Trump verurteilt den Anschlag als einen "Angriff gegen die Menschlichkeit". So etwas müsse gestoppt werden.
  • Der flüchtige Tatverdächtige Anis A. wurde in diesem Jahr von Berliner Sicherheitsbehörden observiert. Aus Justizkreisen heißt es, bei den Ermittlungen sei es um Informationen gegangen, wonach A. einen Einbruch geplant habe, um die Anschaffung automatischer Waffen zu finanzieren. Der Verdacht habe sich aber nicht erhärtet.
  • Der heute 23jährige Tatverdächtige Anis A. soll Tunesien bereits vor sieben Jahren verlassen haben. Der aus einer ländlichen Gegend stammende Nordafrikaner habe vor seiner Einreise nach Deutschland vier Jahre in einem italienischen Gefängnis verbracht, berichtet der tunesische Radiosender Mosaique unter Berufung auf den Vater des Mannes und auf Sicherheitskreise. In Italien soll er eine Schule angezündet haben. Nach Deutschland sei er vor einem Jahr gekommen.

"Hochmobil" und gefährlich: Die Ereignisse des Mittwoch im Newsblog

20.00 Uhr: Liebe Leserinnen, wir beenden für heute die intensive Pflege unseres Newsblogs. Sollten sich wesentliche Entwicklungen ergeben, starten wir ihn erneut. Alternativ und für die Zwischenzeit können wir Ihnen den Newsblog unserer Kollegen von Spiegel Online  empfehlen. Wir wünschen Ihnen einen friedlichen Abend und eine ebensolche Nacht.

Fotostrecke

Angriff in Berlin: Der Tag nach der Katastrophe

Foto: Polizei Berlin

17.45 Uhr: Das Bundeskriminalamt schreibt den 24-jährigen Tunesier Anis Amri zur öffentlichen Fahndung aus. In der Mitteilung (hier der Originaltext)  heißt es wörtlich: "Anis AMRI ist 178 cm groß, wiegt circa 75 kg, hat schwarze Haare und braune Augen. Vorsicht: Er könnte gewalttätig und bewaffnet sein!". Ausgesetzt sind "bis zu 100 000 Euro Belohnung".

17.30 Uhr: Die Bundesanwaltschaft hat ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verhaftet. Der 24-jährige Marokkaner wurde am Dienstag in Niedersachsen von Polizeibeamten des Bundeskriminalamts festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Ein Zusammenhang zu dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt wird in der Mitteilung nicht gezogen. Der Haftbefehl ist vom 13. Dezember.

16.20 Uhr: In Berliner Kliniken werden derzeit noch zwölf Menschen behandelt, die beim Anschlag auf den Weihnachtsmarkt schwerste Verletzungen erlitten haben. Die Zahl der Todesopfer liegt ebenfalls weiter bei zwölf und hat sich nicht weiter erhöht, teilt der Berliner Senat mit. Allerdings seien noch Patienten in kritischer Verfassung.

Das Bundeskriminalamt veröffentlichte am Mittwoch dieses Fahndungsfoto von Anis Amri.

Das Bundeskriminalamt veröffentlichte am Mittwoch dieses Fahndungsfoto von Anis Amri.

Foto: BKA

16.05 Uhr: Im vom Terrorismus geplagten Frankreich haben die Behörden aus Furcht vor einem neuen Anschlag die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. So lässt die Pariser Regierung nach eigenen Angaben präventiv verdächtige Personen festnehmen. Auch werde auf Weihnachtsmärkten kontrolliert, ob die Veranstalter wie angeordnet Taschen durchsuchen lassen und Betonabsperrungen an den Eingängen errichtet haben. In Frankreich herrscht Ausnahmezustand, der Polizei und Ermittlern weitrechende Befugnisse einräumt. Der Ausnahmezustand war zuletzt bis Juli 2017 verlängert worden.

16 Uhr: Die "FAZ" spekuliert  darüber , ob deutschen Behörden hier womöglich eine Panne unterlaufen ist. Die Frage in der Pressekonferenz wolle der NRW-Minister nicht beantworten.

15.40 Uhr: Der gesuchte tatverdächtige Tunesier sollte eigentlich bereits aus Deutschland abgeschoben werden. Sein Asylantrag sei im Sommer abgelehnt worden, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger in Düsseldorf. Er habe aber nicht abgeschoben werden können, "weil er keine gültigen Ausweispapiere hatte" und Tunesien zunächst bestritten habe, dass er Bürger des Landes sei. Der Verdächtige sei "hochmobil", erklärte Jäger. Er habe sich in NRW, Berlin, Baden-Württemberg und zuletzt wieder in Berlin aufgehalten. Die Sicherheitsbehörden sollen seinen Worten zufolge ihre Erkenntnisse über den Verdächtigen im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum ausgetauscht haben, zuletzt im November 2016.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

15 Uhr: "Bild" berichtet, dass der polnische Lkw-Fahrer den Attentäter offenbar noch kurz vor dessen Amok-Fahrt über den Weihnachtsmarkt von dessen Vorhaben gewaltsam abbringen wollte. Lukasz U. (37), der auf dem Beifahrersitz des Truck saß, und der Attentäter hätten noch kurz zuvor in der Fahrerkabine miteinander gekämpft , schreibt das Blatt in seiner Online-Ausgabe. Die Obduktion habe ergeben, dass der Pole bis zum Attentat noch gelebt habe (siehe Eintrag 5 Uhr)

Der Pole habe dem Attentäter vermutlich ins Lenkrad gegriffen, um Menschenleben zu schützen. Dann habe der Attentäter offenbar mehrfach mit dem Messer auf U. eingestochen. Als der Lkw zum Stehen kam, habe der Attentäter U. erschossen und sei dann geflüchtet.

Der mutige Einsatz des Polen könnte erklären, dass die Todesfahrt des Truck durch die Stände des Weihnachtsmarkt vergleichsweise kurz ausfiel und nicht noch mehr Menschen zu Tode kamen.

14.30 Uhr: Reisende halten Berlin trotz des Anschlags die Treue und lassen sich scheinbar nicht von einem Besuch der Hauptstadt abschrecken. "Auch nach dem Anschlag herrscht eine starke Buchungsnachfrage nach Berlin über Weihnachten und Silvester", sagt der Geschäftsführer des Tourismusportals visitBerlin, Burkhard Kieker, der Nachrichtenagentur Reuters nach einer Umfrage unter zahlreichen Hotels und Herbergen. "Das Vertrauen in Berlin wurde nicht erschüttert. Das sorgt für Erleichterung im Tourismus- und Kulturbereich."

14.10 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere bestätigt, seit Mitternacht sei ein Verdächtiger europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Es sei aber keine öffentliche Fahndung. Ob es sich dabei um den in Rede stehenden Tunesier handelt, wollte der Minister nicht bestätigen.

13.50 Uhr: Hacker haben vorübergehend das Hinweisportal des Bundeskriminalamts lahmgelegt. Dies bestätigt das BKA dem ARD-Hauptstadtstudio. Demnach war das Hinweisportal am frühen Dienstagabend für rund zweieinhalb Stunden nach einem sogenannten DDoS-Angriff nicht erreichbar. Über das Portal können Zeugen Fotos und Videos vom Tatort hochladen.

Details über gesuchten Anis A. sickern durch

13.30 Uhr: Weitere Details dringen über den gesuchten Anis A. durch:

  • Der Mann soll überwacht worden und im Dezember dieses Jahres untergetaucht sein. A. habe zeitweilig bei einem Dortmunder Dschihadisten gewohnt, der ihn für den bewaffneten Dschihad angeworben habe, berichtet die "Welt" .
  • Der Gesuchte sei vermutlich verletzt, weshalb Ermittler in Berlin und Brandenburg sämtliche Krankenhäuser abgesucht haben sollen. Laut "Süddeutsche Zeitung" sei A. im August in Friedrichshafen mit einem gefälschten italienischen Ausweisdokument aufgegriffen und wenig später wieder freigelassen worden.
  • Die "Rheinische Post"  wiederum will von Ermittlern erfahren haben, dass der Gesuchte seit 2016 wegen Körperverletzung vorbestraft ist.

Auf Twitter verbreiten sich wie ein Lauffeuer Bilder des mutmaßlich Gesuchten.

13 Uhr: Berliner und Flüchtlinge gedenken der Opfer in Berlin auf ihre Weise. Sie singen vor Ort zusammen:

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

12 Uhr: Nach dem Anschlag vom Montagabend soll der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz am Donnerstag wieder öffnen. Das sagte eine Sprecherin des Schaustellerverbands Berlin auf auf Anfrage. Alle anderen Weihnachtsmärkte in der Bundeshauptstadt machten bereits am heutigen Mittwoch wieder auf.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

11.50 Uhr: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung", soll der bundesweit gesuchte Tunesier Kontakte zum Netzwerk des unlängst verhafteten Abu Walla unterhalten haben.

11.40 Uhr: Laut "Bild" sei der jetzt dringend tatverdächtige Tunesier angeblich eingebettet in ein großes Islamisten-Netzwerk und werde von Ermittlern als "brandgefährlich" eingestuft. Der Mann ist bereits der zweite Tatverdächtige. Einen zunächst festgenommenen Verdächtigen hatten die Ermittler am Dienstag wieder freigelassen, nachdem sich gegen ihn kein dringender Tatverdacht ergeben hatte.

11.20 Uhr: Nach dem Anschlag in Berlin gehen Sicherheitskreise von "unmittelbar bevorstehenden Maßnahmen" in Nordrhein-Westfalen aus, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Zuvor hatten die Mainzer "Allgemeine Zeitung" und der Hessische Rundfunk berichtet, die Polizei fahnde bundesweit und nicht öffentlich nach einem Verdächtigen. Im Fußraum des Führerhauses des Lkw sei eine Duldung mit den Personalien gefunden worden. Das Dokument sei auf einen tunesischen Staatsbürger namens Anis A. ausgestellt, 1992 in der Stadt Tataouine geboren, schreibt die Zeitung . Der Mann sei der Polizei aber noch mit drei weiteren Identitäten bekannt. Die konkrete Spur ist offenbar einer der Gründe für den Optimismus der Ermittlungsbehörden, den oder die Täter rasch ausfindig machen und ergreifen zu können.

9.45 Uhr: Der Ruf der CSU (siehe 6 Uhr) nach verstärktem Einsatz der Bundeswehr im Inland erntet scharfe Kritik: Er sei "Ausdruck dessen, wie unseriös die Sicherheitspolitik der CSU ist", sagte die Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic. "Die Forderung dokumentiert das faktenfreie Politikverständnis, dass diese Partei im Wettbewerb mit der AfD an den Tag legt." Die Forderung sei zudem ein Vertrauensbruch gegenüber der Arbeit der Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten, die einen guten Job gemacht hätten.

9.30 Uhr: Die Replik auf die Forderung nach verstärkter Videoüberwachung lässt nicht lange auf sich warten. Linken-Bundestagsmitglied Frank Tempel sagte im Rundfunk Berlin-Brandenburg, mehr Videoüberwachung halte er nicht für sinnvoll. "Ich denke, dass auch potenzielle Täter sich auf so etwas einstellen können", sagte der Parlamentarier und warnte vor "Placebos für das subjektive Sicherheitsgefühl".

9 Uhr: Die Polizeigewerkschaft fordert eine ausgeweitete Videoüberwachung. Es sei "ganz dringend ein politisches Umdenken" gefordert, sagt der stellvertretende Vorsitzende Ernst Walter im MDR.

8.35 Uhr: Eines der in die Berliner Charite eingelieferten Anschlagsopfer ist weiterhin in einem kritischen Zustand. Bei anderen drei sehr schwer verletzten Besuchern des Weihnachtsmarktes habe sich der Zustand stabilisiert, sagt der stellvertretende ärztliche Direktor des Großklinikums, Joachim Seybold, im ZDF. Insgesamt seien 13 Patienten aufgenommen worden, acht davon schwer verletzt. Zwei seien auf der Intensivstation gestorben.

Lkw von Berlin: Der Täter kaperte den Truck, tötete offenbar den Fahrer und raste dann in den Markt

Lkw von Berlin: Der Täter kaperte den Truck, tötete offenbar den Fahrer und raste dann in den Markt

Foto: REUTERS

8.30 Uhr: Die namhafte "Finanical Times" stärkt Merkel den Rücken, die Kanzlerin sollte in ihrer Flüchtlingspolitik standhaft bleiben: "Es wäre unklug, wenn die deutsche Regierung nun auf jeden Anschlag mit der Ausrufung des Kriegs- oder Ausnahmezustands reagieren würde, wie das in Frankreich geschah. Damit wäre das Risiko verbunden, die Erwartung eines definitiven Sieges (über den Terrorismus) zu wecken, den es niemals geben wird (...) Deutschland muss seine Bemühungen um Integration fortsetzen. Die Ausweisung der Flüchtlinge, die bereits im Lande sind, oder ihre Isolierung ist weder praktisch machbar noch würde sie den deutschen Wertvorstellungen entsprechen. Der Druck auf Angela Merkel wird in den kommenden Monaten zunehmen. Sie sollte standhaft bleiben, was immer der Preis dafür bei Wahlen sein wird."

8 Uhr: Vor dem Hintergrund des gekaperten polnischen LkW, mit dem dann der Anschlag in Berlin verübt wurde, fordert der Verband der Transportwirtschaft den Schutz von Lkw auf Rastplätzen. "Wir brauchen mehr Polizeipräsenz an den von Lastwagen frequentierten Rast- und Parkplätzen", sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Karlheinz Schmidt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

7.30 Uhr: Die "New York Times" ordnet in einem Kommentar den Anschlag von Berlin innenpolitisch ein und kritisiert dabei die schnellen, unreflektierten Reaktionen der rechten Scharfmacher in Deutschland: "Die populistische Rechte hat keine Zeit darauf verschwendet, Fakten über die Identität des Attentäters von Berlin oder ein Motiv abzuwarten, um Kanzlerin Angela Merkel für ihre menschliche Asylpolitik scharf zu kritisieren und die eigene fremdenfeindliche Agenda zu pushen. Diese gefährliche - wenn auch vorhersehbare - Reaktion spielt direkt in die Hände des Islamischen Staats, der nichts mehr will, als einen Krieg zwischen Christen und Muslimen in Europa zu beginnen. (...) Mit jedem neuen Anschlag (...) wird die Herausforderung für Europa schwieriger, Toleranz, Inklusion, Gleichheit und Vernunft zu verteidigen."

Fotostrecke

Schock und Trauer: So reagiert die Welt auf den Anschlag von Berlin

Foto: JOHN THYS/ AFP

7 Uhr: Sicherheitsexperten haben nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt einen fehlenden Schutz der Besucher kritisiert. Das Gefahrenpotenzial sei hierzulande vermutlich nicht richtig eingeschätzt worden, weil Deutschland bislang von großen Anschlägen verschont geblieben war, zitiert die "Welt" den Bundesverband der Sicherheitswirtschaft. "Es gibt bei öffentlichen Veranstaltungen vielfach keine ausreichenden Konzepte zum Schutz der Besucher", sagte Peter Metz, Chef der Sicherheitsberatung Arga. "Das ist schon seit Jahren ein Problem."

6.30 Uhr: Der Innenausschuss des Bundestags will gegen Mittag in einer Sondersitzung über den Anschlag beraten. Die meisten Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt sollen derweil wieder öffnen. Der Breitscheidplatz, wo am Montag ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gerast war, bleibt jedoch weiter abgeriegelt.

6 Uhr: Die CSU fordert, die Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr im Inneren zu erweitern. Die Bundeswehr könne vielfach unterstützend für die Polizei tätig werden, sagte Florian Hahn, Außen- und Sicherheitsexperte der CSU, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies habe auch etwas mit ihrer speziellen Ausrüstung zu tun. Die SPD, die Opposition sowie auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sind jedoch der Ansicht, dass die Regelungen für die Bundeswehr im Inneren ausreichend sind.

5 Uhr: Die "Bild" will erfahren haben, dass der polnische Lkw-Fahrer, der beim Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Beifahrersitz saß, bis zum Attentat noch gelebt habe. Das habe die Obduktion ergeben, berichtete Bild.de in der Nacht zum Mittwoch auf ihrer Internetseite. Ein Ermittler habe von einem Kampf gesprochen. Die Rede ist auch von Messerstichen. Nach dem Attentat wurde der Pole tot im Lkw gefunden. Von der Tatwaffe fehlt bislang jede Spur.

4 Uhr: Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt sehen Polizei und Sicherheitsbehörden gute Chancen auf einen schnellen Fahndungserfolg. "Ich bin relativ zuversichtlich, dass wir vielleicht schon morgen oder in naher Zukunft einen neuen Tatverdächtigen präsentieren können", sagte der Gewerkschaftschef vom ieht der Bund Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner Spezial". Vieles könne derzeit nicht verraten werden, aber es gebe "gute Hinweise" und "sehr viele Ansatzpunkte".

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Berliner Polizei gehe mehr als 500 Hinweisen zu dem Attentat nach. Die Ermittler werteten neben Zeugenaussagen DNA-Spuren und Fingerabdrücke aus. Mit GPS-Daten vom Tatabend werde nach dem Handy des Täters gesucht. Auf dieser Basis könne ein Bewegungsbild erstellt werden. "Wir haben viele Möglichkeiten, um die Person auch zu finden", so Schulz.

2 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) widersprach seinem Parteikollegen aus dem Saarland indes entschieden: Gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" (Mittwoch) warnte er vor Angstmache. Er befürchte, dass das Thema Sicherheit und Flüchtlinge stark instrumentalisiert werde wegen der Wahlkämpfe im kommenden Jahr. Das sei ja gerade die Strategie der Terroristen, solche Ängste zu schüren und die Gesellschaft zu destabilisieren. "Das dürfen wir nicht zulassen. Wir befinden uns nicht im Krieg, das ist etwas vollkommen anderes , und wir lassen uns den Krieg auch nicht von Salafisten in unser Land tragen."

1 Uhr: Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hatte sich bereits am Dienstag als verbaler Scharfmacher nach dem Anschlag in Berlin hervorgetan. Sprach er doch von einem "Kriegszustand" , in dem sich Deutschland befinde und forderte eine Aufrüstung der Polizei. Als Chef der Innenministerkonferenz drängt er nun auf eine deutlich schärfere Gesetze für Flüchtlinge und Asylsuchende: "Wer hier einen Asylantrag stellt und an seiner Identitätsfeststellung nicht mitwirkt, muss seinen Anspruch auf Asyl verlieren." Dazu werde er im Januar Vorschläge unterbreiten, sagte Bouillon sagte er der "Rheinischen Post". Tatsache ist, dass viele Menschen keine Pässe bei sich führten, als sie nach Deutschland flüchteten. Möglicherweise, um ihre Identität als Nicht-Syrer zu verschleiern. Allerdings nahmen kriminelle Schlepper den Flüchtlingen in der Regel die Pässe auch ab.

0 Uhr: Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag mit mindestens zwölf Toten auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin für sich reklamiert. Die Tat sei von einem "Soldaten des Islamischen Staats" verübt worden, erklärte der IS gestern Abend über sein Sprachrohr Amaq. Der Täter war zu dem Zeitpunkt offenbar weiter auf freiem Fuß, ein festgenommener Verdächtiger wurde zuvor freigelassen. Auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche nahe des Kurfürstendamms waren am Montag elf Menschen getötet und 45 weitere zum Teil schwer verletzt worden, als ein Lkw in die Menge raste. Außerdem wurde ein Pole tot in dem Fahrzeug gefunden. Laut de Maizière wurden bislang sechs Todesopfer identifiziert. 14 Verletzte schwebten noch in Lebensgefahr.

Ausnahmezustand nach Anschlag: Die Ereignisse des Dienstag im Newsblog

18.30 Uhr: Liebe Leserinnen und Leser, wir beenden für heute die intensive nachrichtliche Berichterstattung über das Attentat für Berlin. Sollten sich neue, wichtige Erkenntnisse ergeben, nehmen wir den Newsblog wieder auf. Wir wünschen Ihnen einen friedlichen Abend.

16.30 Uhr: Nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit 12 Toten sind 48 Menschen verletzt in Krankenhäuser gebracht worden. Davon seien 25 Patienten weiterhin in stationärer Behandlung, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Dienstagnachmittag mit. 14 von ihnen seien sehr schwer verletzt. Die übrigen 23 seien am Dienstag aus den Kliniken entlassen worden.

15 Uhr: BKA-Chef Holger Münch warnt vor möglichen Folge-Anschlägen. In zeitlicher Nähe zu einem solchen Anschlag sei mit "erheblichen weiteren Attentats-Risiko" zu rechnen. Es sei noch unklar, ob der Angriff auf den Weihnachtsmarkt einen islamistischen Hintergrund habe.

Fotostrecke

Schock und Trauer: So reagiert die Welt auf den Anschlag von Berlin

Foto: JOHN THYS/ AFP

14.45 Uhr: Hinter dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt stecken nach den Worten von Generalbundesanwalt Frank womöglich mehrere Personen. Man wisse nicht, ob es einen oder mehrere Täter gebe, sagt er. Zudem gebe es Zweifel, ob der festgenommene Pakistaner der Täter sei oder zu der möglichen Tätergruppe gehöre. Frank bekräftigt, die Ermittler gingen von einem terroristischen Hintergrund aus. Nach seinen Angaben wurden bei dem Anschlag 12 Menschen getötet und 48 Menschen verletzt, 30 davon schwer.

14.20 Uhr: "Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass der Verdächtige möglicherweise nicht der Täter ist", sagte auch Generalbundesanwalt Peter Frank bei einer Pressekonferenz in Berlin. Frank geht bei dem Anschlag von einem terroristischen Hintergrund aus.

14.15 Uhr: Der Attentäter des Lastwagen-Anschlags mit zwölf Toten in Berlin ist offenbar noch auf freiem Fuß. Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sagte am Dienstagmittag, es sei unsicher, ob der festgenommene junge Mann aus Pakistan tatsächlich am Steuer saß. Die Zeitung "Die Welt" zitierte einen namentlich nicht genannten ranghohen Polizeiführer mit den Worten: "Wir haben den falschen Mann."

14 Uhr: Papst Franziskus hat den Opfern des Anschlags in Berlin sein Mitgefühl ausgedrückt. Die Nachricht über die Gewalttat am Montagabend habe tiefe Betroffenheit in ihm ausgelöst, hieß es in einem Telegramm des Vatikans an den Berliner Erzbischof Heiner Koch am Dienstag. "Papst Franziskus verbindet sich mit allen Menschen guten Willens, die dafür arbeiten, dass der mörderische Wahnsinn des Terrorismus keinen Platz in unserer Welt hat", hieß es darin.

13.30 Uhr: "Dieser Anschlag galt uns allen", sagt Bundespräsident Joachim Gauck in einem Statement. "Wir sind jetzt erschüttert. Aber diese Tat wird nicht unsere Grundsätze erschüttern und auch nicht das, wofür wir stehen", sagte Gauck. "Unser Zusammenhalt wird stärker, wenn wir angegriffen werden." Die Bürger könnten darauf vertrauen, dass der Staat entschlossen handele, um die Sicherheit zu gewährleisten.

13.25 Uhr: Nach Angaben der "Welt" handelt es sich bei dem festgenommenen Tatverdächtigen aus Pakistan nicht um den Todesfahrer. "Wir haben den falschen Mann", zitierte die "Welt" eine nicht näher bezeichnete Quelle aus Sicherheitskreisen. Nach dem Todesfahrer werde weiterhin gefahndet. "Es ist noch unsicher, ob der Festgenommene wirklich der Fahrer war", äußerte sich Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt auf Nachfragen.

13.20 Uhr: Nach dem Anschlag am Montag Abend um 20 Uhr waren rund 550 Polizisten im Einsatz, sagte der Polizeipräsident von Berlin, Klaus Kandt. "Wir klären mit allen Kräften, inwieweit sich der Verdacht erhärtet. Anderenfalls werden wir die Fahndung nach einem dann noch flüchtigen Täter hochfahren". Dies lässt den Schluss zu, dass die Berliner Polizei nach weiteren Tatverdächtigen fahndet. Er gehe davon aus, dass die besondere Sicherheitslage noch weiter andauern werde.

13.10 Uhr: "Wir werden die Polizeipräsenz in Berlin massiv erhöhen", sagte der Innensenator von Berlin, Andreas Geisel. Auch das Sicherheitskonzept für die Silvesterfeier in Berlin werde überarbeitet. Die Feier soll stattfinden, aber unter massiv erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Laut Kandt werden die Schutzvorkehrungen auch bei anderen Veranstaltungen hochgefahren. So solle etwa das Heimspiel von Herta BSC am Mittwoch abgesichert werden wie die Fußballspiele nach den Anschlägen von Paris. Er stelle sich darauf ein, dass die gegenwärtige Lage noch länger andauern werde.

12.40 Uhr: Bislang hat sich nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere noch keine Organisation zu dem Anschlag bekannt. "Es gibt keine Bekennung vom Islamischen Staat auf uns bekannten Wegen." Es gebe aber indirekte Bekennungen.

12.35 Uhr: Auch Bundesinnenminister de Maizière (CDU) spricht mit Blick auf das Lkw-Attentat von einem Anschlag. De Maizière appellierte wie zuvor Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Deutschen, ihren Lebensstil nach dem Berliner nicht zu ändern. "Weichen wir zurück, dann haben die Feinde der Freiheit schon gewonnen." Der Mininster bestätigte zugleich, dass der Festgenommene aus Pakistan stammt. Der festgenommene Verdächtige streite die Tat jedoch ab.

Der Verdächtige sei am 31.12.2015 eingereist und im Februar in Berlin aufgetaucht. Über seinen Asylantrag sei noch nicht entschieden worden. Demnach kamen mehrere Versuche einer Anhörung nicht zustande - einerseits, weil der Mann nicht erschienen sei, andererseits weil er angegeben habe, eine Sprache zu sprechen, für die kein Dolmetscher zur Verfügung gestanden habe. Ein Bekennerschreiben oder Ähnliches lag laut de Maizière zunächst nicht vor. Der Minister betonte, Weihnachtsmärkte und andere Großveranstaltungen sollten weiterhin stattfinden. Er rief jedoch zur Wachsamkeit auf. Bei dem Anschlag am Montagabend wurden auf dem Weihnachtsmarkt 12 Menschen getötet. De Maizière gab an, bislang seien "erst wenige Opfer identifiziert". 48 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt. Der Minister sprach von 18 Schwerverletzten.

12.20 Uhr: Auch die EU-Kommission will der Opfer von Berlin gedenken. Sie hält vor ihrer täglichen Pressekonferenz am Mittag eine Schweigeminute ab. Kommissionschef Jean-Claude Juncker habe noch in der Nacht Kanzlerin Angela Merkel seine Anteilnahme ausgedrückt, heißt es.

12.15 Uhr: Die Bundesliga kündigt für alle Spiele am Dienstag und Mittwoch eine Schweigeminute und das Tragen von Trauerflor an. "Damit möchten wir ein Zeichen der Verbundenheit mit den Betroffenen, aber auch mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Hauptstadt setzen", sagt DFL-Präsident Reinhard Rauball.

11.55 Uhr: Der nach dem Lkw-Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt festgenommene Terror-Verdächtige leugnet die Tat. Der 23 Jahre alte Mann streite bisher alles ab, berichtet die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

11.50 Uhr - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) stimmt in den Chor der Scharfmacher ein und fordert nach dem Anschlag einen Kurswechsel in der Zuwanderungspolitik. "Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu ausrichten."

11.40 Uhr: In Düsseldorf ist man offenbar schneller als im Saarland. Während im Saarland Innenminister Klaus Bouillon eine Aufrüstung der Polizei fordert, patrouillieren in Düsseldorf Polizeibeamte schon längst mit Schutzwesten und Maschinenpistolen in Doppelstreife über die dortigen Weihnachtsmärkte, teilt die Polizei in der Landeshauptstadt von NRW mit.

11.30 Uhr: Die "Welt" berichtet unter Berufung auf einen BKA-Lagebericht, der Verdächtige habe seit dem 2. Juni 2016 eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland. Er soll demnach am 11. Februar nach Deutschland eingereist sein. Laut BKA sei von einen "terroristischen Anschlag" auszugehen, berichtet die "Welt".

11.20 Uhr: Zuvor hatte sich AfD-Chefin Frauke Petry zu Wort gemeldet. "Deutschland ist nicht mehr sicher", sagte sie. "Wir fordern aber, dass unsere so unverantwortlich offen gehaltenen Grenzen endlich wieder kontrolliert werden." Die Polizei und die Geheimdienste müssten aufgerüstet, potenzielle Terroristen und sogenannte Gefährder rigoros abgeschoben werden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte zuvor gefordert, jetzt offen über die Aufnahme von weiteren Flüchtlingen nachzudenken und welche möglichen Gefahren von ihnen ausgingen.

Sehen Sie hier Merkels Statement zum Anschlag im Video :

11.14 Uhr: Einen kleinen Vorgeschmack auf die nun vermehrt zu erwartenden Phrasen der politischen Scharfmacher liefert Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU): "Wir müssen konstatieren, wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten", sagt der CDU-Politiker im Sender SR 3. Wo erforderlich, würden Polizeikräfte mit "schwerem Gerät" antreten. "Das heißt: Langwaffen, Kurzwaffen, Maschinenpistolen."

11.14 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel beruft das Sicherheitskabinett ein. Die zuständigen Minister und die Chefs der Sicherheitsbehörden wurden noch am Vormittag die Lage und mögliche Konsequenzen beraten, sagt die Kanzlerin. Die Tat werde bestraft werden, "so hart es unsere Gesetze verlangen".

Fotostrecke

Angriff in Berlin: Der Morgen nach der Katastrophe

Foto: PAWEL KOPCZYNSKI/ REUTERS

11.09 Uhr: Merkel weiß nur zu gut, die Diskussion um Flüchtlinge und Obergrenzen wird vor dem Hintergrund des Anschlags erneut aufbranden und Wasser auf die Mühlen der Scharfmacher von CSU und AfD sein. Vor diesem Hintergrund sticht ein Statement Merkels besonders hervor und lässt erahnen, dass die Kanzlerin womöglich schon mehr weiß, als sie in diesem Moment sagt:

"Ich weiß, dass es für uns alle besonders schwer zu ertragen wäre, wenn sich bestätigen würde, dass ein Mensch diese Tat begangen hat, der in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten hat. Dies wäre besonders widerwärtig, gegenüber den vielen vielen Deutschen, die tagtäglich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind, und gegenüber den vielen Menschen, die unseren Schutz tatsächlich brauchen und sich um Integration in unser Land bemühen."

11.07 Uhr: Merkel kündigte in ihrem Statement ein hartes Vorgehen des Rechtsstaats an. Sie dankte den Ermittlern, die dabei seien, "diese unselige Tat aufzuklären". Merkel versprach, die Tat werde aufgeklärt werden, "in jedem Detail, und sie wird bestraft werden, so hart es unsere Gesetze verlangen".

11.05 Uhr: Merkel sagt weiter: "Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt." Auf Weihnachtsmärkte werde man nicht verzichten. "Auch wenn es in diesen Stunden schwer fällt: Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen."

11 Uhr: Merkel sagt in diesem Moment: "Ich bin entsetzt und erschüttert über das, was in Berlin geschehen ist. 12 Menschen sind nicht mehr unter uns". Merkel spricht von einer "grausamen und unbegreiflichen Tat". Sie denke in dieser Stunde zuallererst an die Toten, die Verletzten, die Angehörigen und Familien. Ein ganzes Land sei in Trauer vereint. "Wir müssen nach dem jetzigen Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen", erklärt Merkel weiter.

10.55 Uhr: Gleich wird Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Presse treten und eine Erklärung zu dem mutmaßlichen Terroranschlag in Berlin abgeben. Generalbundesanwalt Peter Frank und der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, wollen sich in einer Pressekonferenz gegen 14.30 Uhr äußern, teilte das Bundesjustizministerium via Twitter mit. Der Ort stand zunächst nicht fest.

10.45 Uhr: Sollen sich die Bundesbürger die Freude an der Vorweihnachtszeit nehmen lassen? Nein, sagen die Innenminister des Bundes und der Länder. Weihnachtsmärkte sollen bundesweit auch weiterhin stattfinden, haben die Minister am Vormittag beschlossen. Vor Ort solle aber über "lageangepasste und angemessene Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit" entschieden werden, heißt es etwas verklausuliert. Berlins Innensenator Andreas Geisel hat die Betreiber der Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt aber gebeten, aus Gründen der Rücksichtnahme auf die Opfer die Märkte am Dienstag nicht zu öffnen.

10.35 Uhr: Die Londoner Polizei überprüft nach den Anschlägen von Berlin und Ankara die Sicherheitsmaßnahmen in der britischen Hauptstadt.

Der Todes-Truck von Berlin

Der Todes-Truck von Berlin

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

10.30 Uhr: Unter den Toten vom Berliner Breitscheidplatz befindet sich auch eine erschossene Person. Das sagte Brandenburgs Innenminister Schröter. Bei dem Toten handele es sich vermutlich um den polnischen Beifahrer des Lkw. Zuvor hatte die Polizei lediglich bekannt gegeben, dass der polnische Mann auf dem Beifahrersitz vor Ort gestorben sein.

9.40 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am Dienstagvormittag zu dem mutmaßlichen Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche äußern. Das Kanzleramt kündigte für 11 Uhr eine Erklärung "zur gestrigen Tat am Breitscheidplatz in Berlin" an.

9.30 Uhr: Bei dem Polizeieinsatz auf dem Hangar 6 des früheren Flughafens Tempelhof sind vier Männer befragt worden. Auf dem Gelände befindet sich Berlins größte Flüchtlingsunterkunft. Es gab aber keine Festnahmen, sagte Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, am Dienstag.

Flüchtlingsunterkunft in einem Hangar im ehemaligen Flughafen Tempelhof (Archivbild)

Flüchtlingsunterkunft in einem Hangar im ehemaligen Flughafen Tempelhof (Archivbild)

Foto: Bernd von Jutrczenka/ picture alliance / dpa

9.15 Uhr: Der Lastwagen ist polnischen Medien zufolge offenbar am Montagnachmittag in Berlin entführt worden. GPS-Daten hätten gezeigt, dass der Wagen ab etwa 16 Uhr mehrmals gestartet worden sei, berichtete der Sender TVN24 unter Berufung auf die betroffene polnische Spedition bei Gryfino in der Nähe von Stettin. Dabei könnte es sich um Versuche eines mutmaßlichen Entführers gehandelt haben, den LKW zu steuern, vermuteten polnische Medien. Gegen 19.45 Uhr habe der Wagen seinen Standort in Berlin endgültig verlassen, hieß es.

9 Uhr: Die "Welt" berichtet unter Berufung auf einen Berliner Polizeisprecher, der Verdächtige habe unter anderem deshalb gefasst werden könne, weil ein couragierter Zeuge den Mann nach dem mutmaßlichen Terroranschlag durch den Tiergarten verfolgt hat. Er habe währenddessen Kontakt zur Notrufzentrale am Telefon gehalten und fortlaufend die Position des mutmaßlichen Täters durchgegeben. Nach etwa zwei Kilometern habe die Besetzung eines Streifenwagens schließlich den Lkw-Fahrer an der Siegessäule stoppen können.

Fotostrecke

Attacke auf Weihnachtsmarkt: "Ein schlimmer Abend für Berlin"

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

8.45 Uhr: Welche sicherheitspolitischen Konsequenzen sind aus dem mutmaßlichen Terroranschlag zu ziehen? Mit dieser und vielen weiteren Fragen wird sich gegen Mittag der Innenausschuss des Bundestags in einer Sondersitzung beschäftigen.

8.25 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat im Kontext mit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt die Arbeit der Polizei verteidigt. Diese sei "ziemlich gut gerüstet", sagte der GdP-Vorsitzende Oliver Malchow am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. Dies habe auch "die schnelle Festnahme des Tatverdächtigen" gezeigt. "Aber bei 2500 Weihnachtsmärkten können Sie keine hundertprozentige Sicherheit geben."

8.15 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière für heute die bundesweite Trauerbeflaggung der Bundesbehörden angeordnet. "Dies geschieht als Zeichen der Anteilnahme nach der Gewalttat auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin am gestrigen Abend", teilte das Ministerium mit.

Reuters

8.05 Uhr: Die Zeitung "Die Welt" berichtet auf ihrer Online-Seite, ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei habe einen Hangar im stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof gestürmt. Dort sind Flüchtlinge untergebracht. Das SEK habe eine erste heiße Spur. Die Polizei lehnt eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

REAKTIONEN: "Die zivilisierte Welt muss ihr Denken ändern!"

7.50 Uhr: Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen hat den Anschlag in Berlin "auf das Schärfste" verurteilt. Er sei "zutiefst berührt" und wolle den unschuldigen Opfern nach dieser "abscheulichen Tat" sein Mitgefühl aussprechen. "Der Angriff in Berlin ist ein Angriff auf alle, die eine friedliche, freie und demokratische Welt wollen. Wir sind vereint in unserer Abscheu über die Taten und unserer Entschlossenheit, unsere Bürger so gut wie möglich zu schützen."

7.20 Uhr: Es müsse gewährleistet sein, dass es keine Nachahmungstäter gebe, sagt der innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer, im ZDF. "Es spricht sehr viel dafür, dass es sich um einen terroristischen Anschlag handelte." Mayer sagt: "Das ist wirklich ein Schlag ins Mark Deutschlands."

7 Uhr: Der Sender rbb-Inforadio meldet unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der festgenommene mutmaßliche Fahrer aus Pakistan stammt. Er soll 23 Jahre alt sein und sei am 31. Dezember vergangenen Jahres in Passau nach Deutschland eingereist. Er sei der Polizei wegen geringfügiger Delikte bekannt.

6.40 Uhr: Der Lastwagen wird nach Polizeiangaben zur weiteren Spurensicherung vom Tatort abgeschleppt.

5.55 Uhr: Polizei geht davon aus, dass der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gesteuert wurde.

4.40 Uhr: Der im Lkw geborgene Tote war laut Polizei nicht der Fahrer.

2.40 Uhr: Der Tote im Lkw war nach Angaben der Polizei polnischer Staatsbürger.

2 Uhr: Laut Berliner Polizei hat sich die Zahl der Toten auf zwölf erhöht. 48 seien zum Teil schwer verletzt in den Krankenhäusern.

rei mit Nachrichtenagenturen