Mittwoch, 18. September 2019

100 Millionen Steuernachzahlung ADAC hat erneut Ärger mit dem Fiskus

ADAC-Zentrale München: Der ADAC ist mit 20 Millionen Mitgliedern größter Automobilclub in Europa

Deutschlands größter Automobilclub hat erneut Ärger mit dem Finanzamt. Nach Berichten von "Süddeutscher Zeitung" (SZ) und "FAZ" muss der Verein 100 Millionen Euro an Steuern nachzahlen. Die Größenordnung stimme, die konkrete Zahl wollte ein ADAC-Sprecher am Freitag auf Anfrage aber nicht bestätigen. Die Nachzahlung betreffe den Zeitraum 2016 bis 2018. Bereits für den Zeitraum 2014 und 2015 hatte der ADAC 90 Millionen Euro Versicherungssteuer nachzahlen müssen

Hintergrund für die jüngste Forderung sei eine Neubewertung des Steuersatzes. Demnach wurde ein Teil der Leistungen, die der ADAC für seine Mitglieder erbringe, inzwischen als versicherungssteuerpflichtig eingestuft. Wie die "SZ" schreibt, gehört auch der Pannen- und Unfalldienst zu diesen Leistungen.

Regionalclubs begehren auf

Im Verwaltungsrat des ADAC, in dem neben dem Präsidium die 18 Regionalclubs vertreten sind, habe man sich auf eine Beteiligung der Clubs an den Nachzahlungen entschieden, berichtete der Sprecher. Die Entscheidung sei mit großer Mehrheit gefallen. Inzwischen regt sich aber laut dem Bericht Widerstand in einigen der Regionalbüros. Diese wollten verhindern, Teile der Nachzahlung selbst schultern zu müssen.

Für die Nachzahlungen seien Rückstellungen gebildet worden, sie seien bereits beglichen. Der ADAC kalkuliert der SZ zufolge mit einer jährlichen Steuerbelastung in diesem Zusammenhang von 30 bis 35 Millionen Euro.

Pannenhelfer wieder als Werber und Verkäufer unterwegs?

Der ADAC hatte sich nach einem Skandal um Manipulationen bei seinem Autopreis "Gelber Engel" neu aufgestellt. Seit 2016 sind Verein, Aktiengesellschaft und Stiftung voneinander getrennt. Offenbar aber hat der ADAC große Schwierigkeiten, die Reform umzusetzen, berichtet die SZ weiter.

Der Zeitung lägen Hinweise vor, dass der ADAC wieder Geschäfte mit Produkten mache, die er auch testet. Pannenhelfer, heißt es in dem Bericht weiter, scheinen wieder angehalten zu werden, Mitglieder zu werben und Batterien zu verkaufen. Beides bestreitet der ADAC. Zudem sei die Stimmung unter den 5700 Beschäftigten in Verein und Aktiengesellschaft Umfragen zufolge miserabel.

rei mit Nachrichtenagenturen

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