Einkaufsmanager Deutsche Industrie mit stärkstem Wachstum seit zwei Jahren

Auftragsboom im August: Die deutsche Industrie ist nach Einschätzung der Einkaufsmanager so stark gewachsen wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Vor allem Exportgüter sind gefragt.
Es läuft wieder rund: "Die Industrie brummte im August regelrecht"

Es läuft wieder rund: "Die Industrie brummte im August regelrecht"

Foto: Oliver Krato/ picture alliance / dpa

Berlin - Der Einkaufsmanagerindex stieg im August um 1,3 auf 52,0 Punkte, wie das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter 1000 Unternehmen mitteilte. Das Barometer liegt damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Ökonomen hatten lediglich 51,2 Punkte erwartet. "Die Industrie brummte im August regelrecht", sagte Markit-Ökonom Tim Moore. "Die Umfrage bestätigt, dass die deutsche Wirtschaft wieder auf festen Beinen steht und voraussichtlich auch im dritten Quartal auf Wachstumskurs bleibt."

Im zweiten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 Prozent zugelegt, nachdem die Wirtschaft zu Jahresbeginn noch stagnierte.

Mehr Aufträge für den Export

Die Industrie profitierte im August insbesondere von anziehenden Exportaufträgen. Zuvor waren die Neubestellungen aus dem Ausland fünf Monate in Folge zurückgegangen. "Die wieder anziehende Exportnachfrage nach Industrieerzeugnissen 'Made in Germany' sorgte für die stärksten Produktionssteigerungen seit über zwei Jahren", sagte Moore. Erstmals seit März konnten die Industriefirmen ihre Preise ab Werkstor wieder erhöhen, während sie ihre eigenen Kosten weiter drückten.

Auch die Dienstleister spüren Aufwind. Das entsprechende Barometer legte um 1,1 Punkte auf 52,4 Zähler zu. Positiv stimmt auch, dass in dem Sektor unter dem Strich weiter Jobs entstehen. "Das deutet daraufhin, dass mit Blick auf den kurzfristigen Geschäftsausblick größere Zuversicht vorherrscht", sagte Markit-Experte Moore. Das Barometer für die gesamte deutsche Privatwirtschaft, das die Indikatoren für Industrie und Servicesektor zusammenfasst, stieg um 1,3 auf 53,4 Zähler.

la/reuters
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