Freitag, 20. September 2019

Städte-Vergleich Tief im Westen - Hoch im Süden

4. Teil: Platz 3: Bonn

Rangplatz im Vorgängerranking: 4 (Platztausch mit Düsseldorf)

Wirtschaft: Dass Wirtschaftskraft ohne staatliche Aktivitäten schwer vorstellbar ist, zeigt die "Bundesstadt" Bonn. Immer noch ist die Stadt Heimat diverser Ministerien und Institutionen, die Nachfolgekonzerne der vormaligen Deutschen Bundespost - Telekom und Deutsche Post DHL - bereichern den Standort. Gut 80 000 Euro erwirtschaftet ein Bonner Beschäftigter pro Jahr, das ist etwa Münchner Niveau. Der Output pro Beschäftigtem steigt der HWWI-Studie zufolge recht dynamisch an, was umso stärker ins Gewicht fällt, als im Analysezeitraum die Zahl der Erwerbstätigen nirgends so stark gestiegen ist wie in Bonn (um fast 10 Prozent im Zeitraum zwischen 2005 und 2010).

Bevölkerung: Bonn ist die kleinste Stadt unter den Top 3 (rund 330 000 Einwohner) weist eine relativ hohe Zuwanderungsdynamik auf: Um rund fünf Prozent stieg die Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2011. Aber das soll nicht so bleiben: Den Bevölkerungsprognosen zufolge wächst die Stadt bis 2025 kaum noch. Das Bildungsniveau ist sehr hoch, 21 Prozent der Beschäftigten haben einen Hochschulabschluss. 37 Prozent der Beschäftigten arbeiten in wissensintensiven Wirtschaftszweigen.

Offenheit: Bonn ist nach wie vor eine relativ deutsche Stadt. Trotz renommierter Universität liegt der Anteil ausländischer Studierender nur im Mittelfeld der untersuchten Städte (12,4 Prozent). Auch auf dem Arbeitsmarkt ist es mit der Vielfalt nicht allzu weit her: Nur 8,6 Prozent der Beschäftigten haben einen ausländischen Pass, in München liegt der Wert doppelt so hoch. Ein Pluspunkt: Dank zentraler geografischer Lage und enger Vernetzung ist Bonn exzellent von ganz Europa aus zu erreichen.

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