Montag, 22. Juli 2019

Interview mit Susanne Klatten "Wir müssen ständig vorn dran sein"

Unternehmerin und Quandt-Erbin Susanne Klatten: "Kreativität entfachen"

MultiInvestorin und BMW-Erbin Susanne Klatten gilt als Start-up-Förderin. Im Interview mit dem manager magazin zieht sie Bilanz - und sagt, warum Start-ups für Deutschland überlebenswichtig sind.

mm: Frau Klatten, Sie engagieren sich seit Jahren für Start-ups und fördern Gründer auch finanziell. Was hat Sie dazu bewogen?

Klatten: Das Vertrauen in die Start-up-Szene war versiegt. Es fehlt in Deutschland an Kapital für junge Technologieunternehmen. Deshalb haben wir mit dem UnternehmerTUM-Fonds Geld in die Hand genommen. Ich bin Co-Investorin. Ich wollte, dass die anderen sehen: Frau Klatten engagiert sich auch selbst.

mm: Wie sieht denn die bisherige Bilanz Ihrer Initiative aus?

Klatten: Wir haben uns auf drei Branchen konzentriert: Informations- und Kommunikationstechnik, Medizin- sowie Umwelttechnik. Inzwischen ist das angestrebte Fondsvolumen von 25 Millionen Euro erreicht.

mm: Wie wichtig sind Start-ups für die Zukunftsfähigkeit des Standorts?

Klatten: Ich halte sie für überlebensnotwendig. Man muss klein anfangen, um Großes zu erreichen. Am Ende stehen etablierte Unternehmen, die unsere Innovationskraft stärken und neue Kreativität für den Wirtschaftsstandort entfachen. Aber das ist eine Daueraufgabe. Wir müssen ständig vorn dran sein. Der Zeitraum, bis andere unsere Ideen kopieren, wird immer kürzer.

mm: Welches Problem belastet aus Ihrer Sicht die deutsche Wirtschaft derzeit am stärksten? Ist es die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone?

Klatten: Sicher ist das eine Bedrohung, aber nur eine Facette des Grundproblems. Die Volatilität des weltwirtschaftlichen Umfelds und die Multidimensionalität jeder einzelnen Entscheidung bilden heute unsere größten Herausforderungen bei der Führung eines Unternehmens. Wir müssen mit permanenten Innovationen auf die sich rasch wandelnden Kundenwünsche reagieren, sodass uns die Märkte erhalten bleiben. Da lastet ein gehöriger Druck auf uns.

Interview mit McKinsey-Deutschland-Chef Frank Mattern: "Eine Drei vor dem Komma"

Zum Haupttext: "Deutschland 2025 - die fetten Jahre sind zurück"

© manager magazin 4/2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung