Donnerstag, 18. Juli 2019

EEG-Umlage Das Schlimmste scheint überstanden

Stromschwemme: Die erneuerbaren Energien drücken den Börsenpreis für Elektrizität. Das Problem - je niedriger der Börsenpreis, desto höher die Umlagekosten

3. Teil: Versorger geben sinkende Börsenstrompreise nicht weiter

Dabei habe es sich um eine absolute Ausnahmesituation gehandelt, sagt 50Hertz-Mann von Sengbusch. "Derart stark negative Preise sollten künftig nicht mehr vorkommen."

Künftig gebe es stärkere Anreize im System, dass Windkraftanlagen in solchen Fällen abgeschaltet werden. Dann wären im oben genannten Fall "nur" noch acht Cent nötig, um den Windmüller zu entschädigen. Auch RWI-Mann Frondel sieht in dem Extrem-Phänomen nicht den künftigen Haupttreiber der EEG-Umlage.

Wie sehr der Grundfehler der deutschen Ökostromförderung dennoch die Kosten steigert, illustriert eine Faustformel der Netzbetreiber. Liegt der Strompreis über das Jahr im Schnitt um 5 Euro pro Megawattstunde unter der Kalkulation - zum Beispiel bei 50 statt 55 Euro - schlägt das mit 600 Millionen Euro zu Buche.

Rascher Ausbau der Offshore-Technik würde doppelt teuer

Zum Vergleich: Der gesamte, hohe Zubau von Solaranlagen im vergangenen Jahr (knapp acht Gigawatt; das entspricht der Leistung von sechs Atomkraftwerken) belastet die Stromkunden laut RWI "nur" mit 400 Millionen Euro im Jahr.

Theoretisch müssten Stromkunden von sinkenden Börsenstrompreisen in dem Umfang profitieren wie sie die EEG-Kosten in die Höhe treiben. Doch in der Praxis geben Versorger die Vorteile zumindest an Privathaushalte nicht weiter, wie Verbraucherschützer und die Grünen bemängeln.

Ein zügiger Ausbau der Offshore-Technik würde somit doppelt teuer: Einerseits wegen der vergleichsweise hohen Vergütung, andererseits weil die zu erwartenden großen Strommengen den Börsenpreis weiter drücken würden. Nicht zuletzt auf Nord- und Ostsee entscheidet sich somit, ob und wie sehr die EEG-Umlage die Stromkunden künftig zusätzlich belastet.

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