Dienstag, 28. Januar 2020

Weltweite Kooperation Schäuble will Steuersünder auch auf Bermuda jagen

Flüchtet nicht: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble peilt ein internationales Abkommen zur Jagd auf Steuersünder an

Der Druck auf deutsche Steuersünder nimmt zu. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will die Hinterziehung laut einem Magazinbericht mit der US-Regierung weltweit bekämpfen. Bis zum nächsten Treffen der 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen sollen konkrete Maßnahmen erarbeitet sein.

Berlin - Bundesfinanzminister Schäuble will den Druck auf Steueroasen nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins "Der Spiegel" erhöhen und die Möglichkeiten international operierender Konzerne zur Steuerminimierung eindämmen. In einem Brief an seinen US-Amtskollegen Timothy Geithner schlage Schäuble vor, den Druck auf die Steueroasen in allen Teilen der Welt zu steigern, berichtet das Magazin.

Dass es etwa auf den Bermudas keine Unternehmenssteuern gebe, sei ein "inakzeptabler Zustand", zitiert der "Spiegel" aus dem Schreiben. "Die Nicht-Besteuerung verzerrt den internationalen Wettbewerb und reduziert die Staatseinnahmen."

Deshalb müssten die Industrieländer vor allem bei der Besteuerung immaterieller Güter wie Patente und Lizenzen besser kooperieren. Schäuble trieb das Thema laut "Spiegel" auch beim jüngsten G-20-Gipfel der Finanzminister in Mexiko voran. Bis zum nächsten Treffen der Runde im Februar in St. Petersburg solle ein erstes Maßnahmenbündel erarbeitet sein, um den Steuerabfluss aus den Hochsteuerländern einzudämmen.

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