Montag, 27. Mai 2019

Vorschlag untauglich Nur 81 Schlecker-Frauen können umschulen

Vergangenheit: Nur eine Minderheit der etwa 23.000 Schlecker-Mitarbeiterinnen hat nach der Pleite einen neuen Job gefunden

Der Vorschlag von Arbeitsministerin von der Leyen, arbeitslose Schlecker-Frauen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen umzuschulen, ist in der Praxis nahezu unmöglich. Die Agentur fördert die Umschulung zwei Jahre, die Ausbildung dauert drei Jahre.

Nürnberg - Nur 81 von knapp 23.000 Menschen, die durch die Pleiten der Drogeriemarktketten Schlecker und Ihr Platz ihre Jobs verloren haben, absolvieren eine entsprechende mehrjährige Umschulung zur Erzieherin oder Altenpflegerin, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) berichtet.

Etwa 97 Prozent der knapp 23.000 von der Firmenpleite Betroffenen sind Frauen. Rund ein Viertel von ihnen hat dem Bericht zufolge bislang eine neue Arbeit gefunden. Über 11.000 frühere Mitarbeiterinnen der einst größten deutschen Drogeriemarktkette sind derzeit arbeitslos gemeldet, wie aus den Daten der BA in Nürnberg hervorgeht. Fast 2000 machen demnach eine Fortbildung. Den Weg in die Selbstständigkeit wählten laut BA 53 frühere Schlecker-Beschäftigte. Um die 3900 gaben die Suche nach Arbeit demnach komplett auf, weil sie in Mutterschutz gingen, vor der Rente stehen oder keine Leistungen erhalten.

Nach Angaben von BA-Vorstand Raimund Becker haben bislang 10.000 Betroffene Weiterbildungsmaßnahmen absolviert. Die Umschulung zur Erzieherin scheitert laut Bericht häufig an den Vorgaben. So darf die Bundesagentur eine Umschulung maximal zwei Jahre fördern; die Ausbildung dauert jedoch drei Jahre. Wer das dritte Jahr bezahlen muss, ist zwischen dem Bund und den Ländern umstritten.

rei/dapd/afp

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