Montag, 27. Mai 2019

Ruheständler mit Job Mehr Deutsche arbeiten im Pensionsalter 

Arbeit für ältere Beschäftigte: BMW in Dingolfing baut Arbeitsplätze teilweise um

Den Traum von der Rente mit 58 Jahren träumte einst eine ganze Generation. Das ist Vergangenheit. Das Renteneintrittsalter von aktuell 65 Jahren streben aber immer noch die wenigsten Deutschen an. Doch wenn die Pensionszeit erreicht ist, gehen immer mehr Bundesbürger nebenbei arbeiten.

Hamburg - In Deutschland wollen oder müssen immer mehr Rentner arbeiten - auch noch in hohem Alter. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Ruheständler mit einem Minijob um knapp 60 Prozent oder gut 280.000 auf etwa 761.000 gestiegen. Unter ihnen waren im Jahr 2011 etwa 120.000 Minijobber, die 75 Jahre und älter sind, wie aus Antworten der Bundesregierung auf Anfragen der Linke-Bundestagsfraktion hervorgeht, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegen.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit verfügten Ende vergangenen Jahres gut 154.000 Menschen im Rentenalter über eine sozialversicherungspflichtige Stelle. Damit hat sich ihre Zahl seit Ende 1999 knapp verdoppelt, wie die Zeitung weiter schreibt. Der Großteil dieser Beschäftigten, gut 80.000, habe sogar eine Vollzeitstelle.

Die Zahlen der Regierung zeigen dem Bericht zufolge, dass die Renten zuletzt weitgehend kontinuierlich gesunken sind: Wer im Jahr 2000 erstmalig eine Altersrente bezog und mindestens 35 Jahre gesetzlich rentenversichert war, erhielt im Durchschnitt 1021 Euro im Monat. Bis 2011 sank dieser Betrag auf 953 Euro. Noch stärker ist das Minus bei Renten wegen voller Erwerbsminderung: Sie verringerten sich bundesweit im selben Zeitraum von 738 auf 634 Euro.

kst/afp/dapd

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