Gute Konjunktur Rentenbeitrag könnte stärker sinken

Dank der robusten Konjunktur in Deutschland fließt viel Geld in die Rentenkasse. Die Rücklagen werden weiter ansteigen und der Beitrag könnte vieleicht stärker sinken als geplant, heißt es. Doch die Rentenversicherung bleibt vorsichtig.
Werftarbeiter: Arbeitnehmer in Deutschland würden jede Beitragssenkung bei der Rente begrüßen

Werftarbeiter: Arbeitnehmer in Deutschland würden jede Beitragssenkung bei der Rente begrüßen

Foto: dapd

Berlin - Der Rentenbeitrag könnte wegen der günstigen Konjunkturentwicklung im nächsten Jahr möglicherweise noch stärker sinken als bislang geplant. Statt von 19,6 auf 19 Prozent sei eine Senkung auf 18,9 Prozent zum 1. Januar möglich, berichtet das "Handelsblatt". Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Kreisen der Rentenversicherung.

Die Behörde selbst widerspricht: "Der aktuelle Stand ist 19,0 Prozent", sagte ein Sprecher. Er verwies dazu auf die letzte Expertenschätzung vom Juni

Der Zeitung zufolge verbuchte die Rentenversicherung im Juni ein Plus bei den Pflichtbeiträgen gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent auf 14,92 Milliarden Euro. Bereinigt um die Effekte der Beitragssatzsenkung von 19,9 auf 19,6 Prozent zum ersten Januar sind dies 5,4 Prozent. Die Wirtschaftsinstitute erwarten bislang nur ein Plus von 4 Prozent für das Gesamtjahr, die Bundesregierung 3 bis 4 Prozent.

Damit bestehe die Chance, dass die Rücklagen zum Jahresende die zuletzt erwarteten 28,8 Milliarden Euro oder 1,7 Monatsausgaben noch übertreffen werden. Ab 1,5 Monatsausgaben muss der Beitrag zwingend gesenkt werde.

In jedem Fall würden die Rücklagen im Dezember höher sein als je zuvor in der Geschichte der umlagefinanzierten Rentenversicherung, berichtet die Zeitung. Ähnlich hoch waren sie mit umgerechnet 25 Milliarden Euro nur 1992.

Mit einer Senkung auf 18,9 Prozent würde genau im Bundestagswahljahr der Beitragssatz erstmals seit 1995 die Schwelle von 19 Prozent wieder unterschreiten. Bei der vom "Handelsblatt" berichteten Beitragssenkung um weitere 0,1 Prozentpunkte müsste ein Arbeitnehmer mit einem Bruttogehalt von 2500 Euro 1,25 Euro im Monat weniger in die Rentenkasse einzahlen.

rei/dpa
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