Statistik Mehr Vollzeitjobs - viele schlecht bezahlt

Vollzeitjobs werden auf dem Arbeitsmarkt wieder eher zum Normalfall. Fast zwei von drei Erwerbstätigen gingen 2011 einem normalen Arbeitsverhältnis nach. Doch viele Vollzeitjobs - etwa in der Tourismusbranche - sind schlecht bezahlt.
Gerade im Reise- und Gastgewerbe werden viele Beschäftigte in Deutschland schlecht bezahlt

Gerade im Reise- und Gastgewerbe werden viele Beschäftigte in Deutschland schlecht bezahlt

Foto: AP

Wiesbaden - Wie das Statistische Bundesamt jetzt auf Basis von Bevölkerungsdaten mitteilt, wuchs die Zahl der Beschäftigten in einem Normalarbeitsverhältnis 2011 gegenüber dem Vorjahr um rund 610.000. Zugleich sei die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in diesem Zeitraum um knapp 790.000 gestiegen. Demnach waren im vergangenen Jahr 23,67 Millionen Menschen in Deutschland in einem Vollzeitjob beschäftigt.

Wesentlich zum Beschäftigungswachstum hätten die Normalarbeitsverhältnisse beigetragen. Hierzu zählen Festangestellte mit einer unbefristeten Vollzeitstelle, die nicht über eine Zeitarbeitsfirma vermittelt werden.

Aber auch die Zahl der atypisch Beschäftigten, zu denen unter anderem Zeitarbeiter und Teilzeitkräfte gezählt werden, erreichte mit insgesamt 7,92 Millionen einen neuen Höchststand. Dennoch arbeiteten 2011 fast zwei von drei Erwerbstätigen in einem festen, unbefristeten Job.

Manche Branchen in Deutschland arbeiten aber zu einem Großteil mit Teilzeitbeschäftigten. Demnach sind von 1,8 Millionen Angestellten im Reise- und Gastgewerbe lediglich 600.000 in Vollzeit beschäftigt. Knapp die Hälfte (850.000 Angestellte) sei nur geringfügig beschäftigt, berichtet die "Bild".

Auch würden die Vollzeitbeschäftigten in der Tourismusbranche schlecht bezahlt. Mehr als zwei Drittel der Vollbeschäftigten (68,1 Prozent) erhielten weniger als den bundesweiten Niedriglohn von 1802 Euro brutto im Monat, berichtet die Zeitung unter Berufung die Bundesagentur für Arbeit.

Linkspartei-Chef Bernd Riexinger sagte dazu: "Ausbeutung passt nicht zu Urlaubsparadiesen. Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn und ein Gütesiegel für faire Arbeitsbedingungen im Reisegewerbe."

rei/dpa/apd
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