Vor Neuwahlen Wirtschaftsrat fordert Notfallplan für Grexit

Der CDU-nahe Wirtschaftsrat hat die Bundesregierung aufgefordert, ein Ausstiegsszenario zu entwerfen für den Fall, dass Griechenland die Euro-Zone verlässt. Kurz vor den Neuwahlen ringen Parteiführer in Athen derweil um eine Regierung der nationalen Einheit.
Wirtschaftsratschef Lauk: Schutz vor "Griechenland-Chaos"

Wirtschaftsratschef Lauk: Schutz vor "Griechenland-Chaos"

Foto: DDP

Berlin/Athen - Der Wirtschaftsrat der CDU hat die Bundesregierung aufgefordert, gemeinsam mit anderen Euro-Staaten eine Strategie für einen Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion vorzubereiten.

Angesichts der weiterhin dramatischen Finanzlage Athens wäre es verantwortungslos, kein Ausstiegsszenario vorzubereiten, sagte Verbandspräsident Kurt Lauk. "Wir müssen wissen, dass bei einem Austritt Griechenlands erst einmal ein Griechenland-Chaos entsteht." Es gelte Strategien zu erarbeiten, wie das Feuer der Probleme im Süden mit einer Brandmauer abgeschirmt werden könnten. Am Sonntag hatte Spanien 100 Milliarden Euro aus dem Rettungsschirm für seine Banken beantragt.

In Athen haben die Chefs der beiden größten traditionellen Parteien Neue Demokratie (ND) und Pasok derweil vor politischem Stillstand gewarnt. "Keines der Szenarien nach den Wahlen scheint eine Lösung zu bieten. Sie deuten eher auf die Abwesenheit einer Regierung hin", sagte Pasok-Chef Evangelos Venizelos. Deswegen habe er anderen Parteien einen Brief geschrieben und ihnen die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vorgeschlagen.

ND-Chef Antonis Samaras sagte dem Fernsehsender Mega TV, Griechenland benötige unter allen Umständen eine Regierung. "Eine dritte Wahlrunde wäre selbstmörderisch." Die linksgerichtete Syriza lehnte den Vorschlag umgehend ab. Sie liegt in Umfrage fast gleich auf mit der ND.

In Griechenland muss am 17. Juni neu gewählt werden, nachdem die Parteien es nach der vorigen Wahl Anfang Mai nicht schafften, eine Regierung zu bilden. Die Wahl gilt auch als Abstimmung über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone und die Zukunft des 130 Milliarden Euro schweren internationalen Rettungsprogramms.

ts/dpa/rtr
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.