Zu wenig Kita-Plätze Kabinett billigt Krippenausbauplan

Ab August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Derzeit fehlen allerdings noch 130.000 Betreuungsplätze in den Kitas. Mit einem Zehn-Punkte-Plan soll der Ausbau beschleunigt werden, das Kabinett hat dem Papier heute grünes Licht gegeben.
Rechtsanspruch für die Krippe: Ab 2013 sollen Eltern mit Kindern unter drei Jahren ebenfalls ein Recht auf einen Kita-Platz haben

Rechtsanspruch für die Krippe: Ab 2013 sollen Eltern mit Kindern unter drei Jahren ebenfalls ein Recht auf einen Kita-Platz haben

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Berlin - Die Bundesregierung hat am Mittwoch den Bericht von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) zum Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland gebilligt. Nach aktuellen Schätzungen des Ministeriums fehlen bundesweit noch immer 130.000 Betreuungsplätze in Kitas oder bei Tagesmüttern.

Ab 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot. Wegen der fehlenden Plätze wird eine Klagewelle befürchtet.

Schröder will mit Hilfe eines Zehn-Punkte-Programms den Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige beschleunigen. Geplant sind unter anderem die Förderung von Betriebskindergärten, die befristete Absenkung von Baustandards und zinsgünstige Kredite für die Kommunen. Auch geht es um die Ausbildung von Erziehern.

SPD-Chef Sigmar Gabriel verlangte einen nationalen "Krippengipfel". Wenn der Ausbau jetzt nicht in Gang komme, drohe eine Prozesslawine, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Statt endlich richtig in den Kita-Ausbau zu investieren, wolle die Regierung "junge Eltern mit dem Betreuungsgeld als Billigangebot abspeisen". Dafür würden "zwei Milliarden Euro verpulvert, mit denen man 200.000 zusätzliche Plätze schaffen könnte".

mg/dpa
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