Nach Röttgen-Rauswurf Seehofer will "noch energischer" auftreten

Was hatte er geätzt: Die Verbalattacken von CSU-Chef Horst Seehofer gipfelten im Rauswurf des Bundesumweltministers. Seehofer sieht sich im Recht und will unbequem bleiben - auch gegenüber den Griechen.
CSU-Chef Seehofer: "Im Bund ein gehöriges Stück mitreden"

CSU-Chef Seehofer: "Im Bund ein gehöriges Stück mitreden"

Foto: Getty Images

München - Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will seinem Wutauftritt nach der CDU-Wahlschlappe in Nordrhein-Westfalen auch weiterhin unbequeme Worte folgen lassen. Er sehe sich im Recht, "im Bund ein gehöriges Stück mitzureden, wenn es um die richtige Richtung geht", sagte der bayerische Ministerpräsident dem "Focus" mit Blick auf die schwarz-gelbe Koalition in Berlin.

Er wolle 2013 mit der FDP in München und Berlin erfolgreich sein, sagte Seehofer. Wenn etwas eintrete, das dieses Ziel ernsthaft in Frage stelle, "dann wird man künftig einen noch energischeren Horst Seehofer erleben als bisher".

Als wichtigstes Projekt der Bundesregierung bezeichnete der CSU-Chef neben der Energiepolitik die Lösung der Euro-Krise. Wenn die politischen Verhältnisse in Athen es erforderten, "dann muss man auch den Mut aufbringen, einen Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone zu erwägen". Das wäre laut Seehofer weder das Ende des Euro noch Europas.

Beim nächsten schwarz-gelben Koalitionsausschuss will der CSU-Chef auch die Pkw-Maut wieder auf die Tagesordnung setzen. Im Straßenbau gehe viel zu wenig voran, der Investitionsbedarf sei enorm.

An der Entlastung kleinerer und mittlerer Einkommen hält Seehofer fest. Das sei kein Widerspruch zur Haushaltskonsolidierung. In Bayern gelängen seit Jahren Wachstum und Schuldentilgung. Er frage sich, "warum es verboten sein soll, dieses Prinzip auf Deutschland zu übertragen".

ts/dpa
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