Olaf Glaeseker Hausdurchsuchung bei Wulffs Ex-Sprecher

Bundespräsident Christian Wulff hat neuen Ärger: Die Staatsanwaltschaft Hannover ließ am Donnerstag Privat- und Geschäftsräume seines früheren Sprechers Olaf Glaeseker und des Eventmanagers Manfred Schmidt durchsuchen.
Vertraute: Olaf Glaeseker und Christian Wulff im Juni 2010 im Landtag von Hannover

Vertraute: Olaf Glaeseker und Christian Wulff im Juni 2010 im Landtag von Hannover

Foto: Holger Hollemann/ dpa

Hannover - Glaeseker und Schmidt wird Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung zur Last gelegt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Glaeseker war bereits Sprecher Wulffs, als dieser Ministerpräsident von Niedersachsen war und übte diese Funktion später auch im Bundespräsidialamt aus. Wulff hatte sich am 22. Dezember nach Beginn der Kredit- und Medienaffäre überraschend von ihm getrennt. Eine offizielle Begründung gab es nicht.

Die Staatsanwaltschaft erklärte nun, es bestehe aufgrund eigener Ermittlungen sowie aufgrund von Medienberichten der Verdacht, dass Glaeseker als niedersächsischer Regierungssprecher in den Jahren 2007 bis 2009 die Veranstaltung und Finanzierung der Veranstaltungsreihe "Nord-Süd-Dialog" "gefällig" gefördert habe. Die Reihe wurde von Eventmanager Schmidt ausgerichtet. Glaeseker soll im Gegenzug mehrfach unentgeltlich Urlaube in Feriendomizilen Schmidts verbracht haben, hieß es weiter.

Bei den Durchsuchungen in Wunstorf, Berlin und in der Schweiz seien unter anderem Schriftstücke und Computerdateien gesichert worden, die jetzt ausgewertet würden. Gesucht worden sei nach Aufzeichnungen über den "Nord-Süd-Dialog", über die Urlaubsaufenthalte sowie die "beruflichen und privaten Verbindungen der Beschuldigten miteinander".

Hilfe bei der Sponsorensuche?

Der "Nord-Süd-Dialog" - einem Promi-Treffen zwischen Niedersachsen und Baden-Württemberg - hatte im Verlauf der Wulff-Affäre mehrfach eine Rolle gespielt. Dabei ging es in Medienberichten um die Frage, ob Wulffs einstige Regierungszentrale in Hannover Schmidt bei der Sponsorensuche behilflich war.

Oppositionspolitiker hatten bereits vor Bekanntwerden der Hausdurchsuchungen erneut Zweifel daran geäußert, ob Wulff sein Amt noch in angemessener Weise ausüben könne. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe vom Donnerstag, Wulff bringe durch sein Handeln die Politik generell in Verruf: "Viele wollen doch glauben, es sei übliche Praxis in der Politik, ständig nur auf der Suche nach persönlichen Vorteilen zu sein."

In der Wählergunst profitieren kann die Opposition von der Affäre um Wulff weiter nicht. SPD und Grüne verloren in dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" leicht, während die Union zulegte. In der Bewertung der Affäre waren die Bürger gespalten: 46 Prozent waren für Wulffs Rücktritt, 45 Prozent waren dagegen. Der frühere CDU-Vize Wulff war mit den Stimmen von Union und FDP ins höchste Staatsamt gewählt worden.

la/afp
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