"Wulff den Schuh zeigen" Proteste vor Schloss Bellevue geplant

Bundespräsident Christian Wulff muss sich am Wochenende wegen seiner Kredit- und Medienaffäre auf Proteste vor seiner Haustür gefasst machen. Die Demonstranten wollen dem Politiker angelehnt an die arabische Geste mit einem Schuh ihre Verachtung zeigen.
"Shoe for you, Mr. President": Schon im Februar wurde auf diese Art und Weise für den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg demonstriert

"Shoe for you, Mr. President": Schon im Februar wurde auf diese Art und Weise für den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg demonstriert

Foto: dapd

Berlin - Für Samstag sei eine Demonstration zwischen 14 und 16 Uhr vor Schloss Bellevue genehmigt worden, teilte ein Sprecher der Berliner Polizei mit. Unter dem Motto "Wulff den Schuh zeigen - Shoe for you, Mr. President!" wollen Menschen Wulff ihre Schuhe zeigen.

In der arabischen Kultur werden mit dieser Geste Menschen verhöhnt, aber auch Ärger und Verachtung werden so zum Ausdruck gebracht. "Wir wollen die Schuhe aber nur hochhalten, nicht schmeißen", betonte der Sprecher der Veranstalter, Jürgen Jänen.

Nach Angaben der Organisation "Creative lobby of future" (Clof), die zu der Aktion auch über Facebook aufgerufen hat, sind 150 Teilnehmer für die Demonstration angemeldet. Die Polizei bestätigte dies. In dem sozialen Netzwerk sagten bis Freitagvormittag knapp 600 Menschen ihr Kommen zu. Auch andere Nutzer riefen zu der Aktion auf.

Wulff steht seit Mitte Dezember wegen seiner Kredite für den Kauf eines Eigenheimes in seiner Zeit als Ministerpräsident in Niedersachsen in der Kritik. Eine neue Dimension erhielt der Fall, als bekannt wurde, dass er mit einem Anruf bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann versucht haben soll, einen Bericht zu den Krediten zu verschieben oder ganz zu verhindern.

mg/dpa-afx

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