Sonntag, 26. Januar 2020

Negativrekord Steuerzahler schulden Staat 20 Milliarden Euro

Negativrekord: Fiskus wartet auf Steuerzahlungen in Rekordhöhe

Verdrängte Selbsterkenntnis: Noch nie standen die deutschen Steuerzahler beim Fiskus so hoch in der Kreide wie in diesem Jahr. Laut einem Zeitungsbericht beläuft sich der Rückstand auf knapp 20 Milliarden Euro - von Minibeträgen bis Millionensummen ist alles dabei.

Berlin - Die Steuerzahler schulden dem deutschen Fiskus einem Zeitungsbericht zufolge mehr Geld als je zuvor. Das berichtet die "Frankfurter Rundschau". Laut einer Auswertung des Finanzministeriums seien die Steuerrückstände bis Ende 2010 auf einen Rekordwert von 19,6 Milliarden Euro gestiegen. Das sei ein Anstieg um 2,3 Milliarden Euro oder 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt wurden laut "FR" 4,6 Prozent der vom Fiskus eigentlich verlangten Steuersumme bisher nicht bezahlt. Den Angaben des Finanzministeriums zufolge sei zwar zum Stichtag 31. Dezember 2010 die Zahl der säumigen Steuerzahler gesunken, dafür sei aber die Summe pro Fall gestiegen.

Die durchschnittliche Höhe beläuft sich der Zeitung zufolge auf 6594 Euro. Dieser Betrag sage aber wenig aus, da die Schwankungen extrem seien. So stehen laut Finanzministerium bei der Kfz-Steuer Beträge von durchschnittlich 192 Euro aus. Bei der Abgeltungssteuer seien es schon mehr als 230.000 Euro und bei nicht veranlagten Steuern auf Dividenden sogar knapp 900.000 Euro im Schnitt.

Einschränkend heißt es vom Finanzministerium aber, dass es sich bei der Hälfte der ausstehenden Summe um gestundete und ausgesetzte Forderungen handle. Die "echten" Rückstände belaufen sich laut "FR" auf knapp sieben Milliarden Euro - auch hier gibt es aber im Vergleich zu 2010 ein kräftiges Plus von 500 Millionen Euro.

cte/kst/ afp

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