Kreditaffäre Wulff entlässt seinen Sprecher

Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Sprecher und langjährigen Vertrauten Olaf Glaeseker entlassen. Für den Nachmittag kündigte Wulff eine persönliche Erklärung in Berlin an.
Bundespräsident Christian Wulff: Der Druck nimmt zu

Bundespräsident Christian Wulff: Der Druck nimmt zu

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ REUTERS

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Sprecher und langjährigen Vertrauten Olaf Glaeseker entlassen. Dies teilte das Bundespräsidialamt am Donnerstag in Berlin mit. Die Aufgaben Glaesekers würden ab sofort von seiner Stellvertreterin Petra Diroll kommissarisch wahrgenommen. Für den Nachmittag (15.30 Uhr) kündigte Wulff eine persönliche Erklärung in Berlin an.

Glaeseker bat dem Vernehmen nach selbst um seine Entlassung. Das verlautete aus dem Umfeld des Präsidialamtes. Im Zuge der Berichterstattung über den Privatkredit und die privaten Urlaubsreisen Christian Wulffs habe sich abgezeichnet, dass sich die Erörterung nun auch auf das Privatleben Glaesekers ausweite. Auch zum Schutz seiner Familie sei Glaeseker nicht bereit gewesen, eine solche öffentliche Erörterung seines Privatlebens hinzunehmen.

Wulff sieht sich seit über einer Woche mit Vorwürfen wegen eines Hausdarlehens und zu enger Kontakte zu vermögenden Unternehmern konfrontiert. Am Donnerstag machte das Magazin "Der Spiegel" weitere Einzelheiten des Kredits öffentlich. Danach bekam Wulff den Kredit für sein Eigenheim von 500 000 Euro bei der BW-Bank zu auffallend günstigen Konditionen. Wulff habe - nach der Ablösung des Kredits beim Unternehmerpaar Geerkens - bei der BW-Bank keinen normalen Immobilienkredit erhalten, sondern ein komplexes Finanzkonstrukt.

la/dpa
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