Dienstag, 17. September 2019

Bundespräsident Wulff veröffentlicht Urlaubsliste

Bundespräsident Christian Wulff: "Das muss man verantworten - das kann ich"

Bundespräsident Christian Wulff hat eine Liste mit privaten Urlaubsreisen veröffentlicht, bei denen er Gast von Freunden war. Die Opposition sieht wegen des umstrittenen Privatkredits die Glaubwürdigkeit Wulffs beschädigt. Einen Rücktritt schließt Wulff jedoch aus.

Berlin - Die Aufstellung der privaten Urlaubsreisen, die Wulffs Anwälte am Sonntag verbreiteten, umfasst sechs Urlaubsaufenthalte zwischen 2003 und 2010, als Wulff noch Ministerpräsident in Niedersachsen war. Hinzu kommt eine bereits bekannter Aufenthalt in der Mallorca-Ferienanlage des Unternehmers Carsten Maschmeyer, wo sich Wulff kurz nach seinem Amtsantritt im Sommer 2010 einmietete.

Die Urlaube, die Wulff der Erklärung zufolge "überwiegend gemeinsam mit den jeweiligen langjährigen Freunden" verbrachte, hätten keinen Bezug zu seinen öffentlichen Ämtern, hieß es. "Dieses Verhalten steht uneingeschränkt in Einklang mit den Regelungen des niedersächsischen Ministergesetzes."

Neben Wulffs Mallorca-Trip war bisher nur ein Weihnachtsurlaub 2009 in der Villa des befreundeten Unternehmers Egon Geerkens in Florida bekannt. Bei diesem verbrachte er nach der am Sonntag veröffentlichten Liste aber auch schon 2003 und 2004 in Spanien Urlaube.

Der wegen der Finanzierung seines Hauses in die Kritik geratene Bundespräsident steht zu seinem umstrittenen Privatkredit - und denkt nicht an Rücktritt. "Man muss selber wissen, was man macht", sagte Wulff am Samstag in Wittenberg der Nachrichtenagentur dpa. "Das muss man verantworten - das kann ich", ergänzte er auf die Frage, wie er den politischen Druck aushalte. Er äußerte sich damit erstmals in der Öffentlichkeit zu dem vor einer Woche bekanntgewordenen 500.000-Euro-Kredit, den er 2008 noch als niedersächsischer Ministerpräsident nach eigener Darstellung von einer befreundeten Unternehmergattin aufnahm.

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