Plagiatsaffäre Guttenberg kommt mit Geldauflage davon

Seine Plagiatsaffäre bleibt für Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ohne strafrechtliche Konsequenzen. Obwohl die Ermittler in der Dissertation des CSU-Politikers Urheberrechtsverstöße entdeckte, stellten sie das Verfahren gegen Zahlung einer Geldstrafe ein.
Karl-Theodor zu Guttenberg: Noch mal Glück gehabt

Karl-Theodor zu Guttenberg: Noch mal Glück gehabt

Foto: ? Michaela Rehle / Reuters/ REUTERS

Hof - Die Staatsanwaltschaft Hof hat das Verfahren gegen den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Wie die Anklagebehörde am Mittwoch mitteilte, musste Guttenberg in Abstimmung mit dem Amtsgericht Hof 20.000 Euro an die Deutsche Kinderkrebshilfe zahlen. Zu einer gerichtlichen Hauptverhandlung kommt es deshalb nicht.

Wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Urheberrecht waren insgesamt 199 Strafanzeigen in Hof eingegangen. Guttenberg war im März als Verteidigungsminister zurückgetreten, nachdem bekanntgeworden war, dass zahlreiche Zitate in seiner Doktorarbeit nicht gekennzeichnet waren.

Die Staatsanwaltschaft entdeckte nach eigenen Angaben in der Dissertation Guttenbergs 23 Passagen, bei denen es sich um strafrechtlich relevante Urheberrechtsverstöße handelte. Weil der durch die Doktorarbeit entstandene Schaden für die Urheber der Passagen aber "marginal" sei und Guttenberg keine wirtschaftlichen Vorteile aus seiner Dissertation gezogen habe, sei das Verfahren eingestellt worden.

Die Staatsanwaltschaft überprüfte auch, "ob eine Untreue oder ein Betrug zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland durch Inanspruchnahme der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages" vorlag. Ein strafbares Verhalten habe man hier nicht feststellen können, hieß es weiter. Immer wieder waren Vorwürfe laut geworden, Guttenberg habe beim Verfassen seiner Doktorarbeit die Hilfe der Bundestags-Wissenschaftler in Anspruch genommen.

mg/dpa-afx/afp
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