Erneuerbare Energie Förderung für Solarstrom sinkt um 15 Prozent

Wer im kommenden Jahr eine Solaranlage installiert, bekommt für den produzierten Strom wesentlich weniger Geld als bislang. Der garantierte Preis wird 2012 um 15 Prozent gekürzt - weil die erneuerbare Energie bei Investoren zu beliebt ist.
Solarzellen: Für neue Anlagen 15 Prozent geringere Einspeisevergütung

Solarzellen: Für neue Anlagen 15 Prozent geringere Einspeisevergütung

Foto: GERARD CERLES/ AFP

Bonn - Der deutsche Staat senkt die Fördersätze für Sonnenstrom deutlich: Besitzer neuer Solaranlagen erhalten ab dem kommenden Jahr weniger Geld für den von ihnen produzierten Strom. Die sogenannte Einspeisevergütung sinkt laut der Bundesnetzagentur zum 1. Januar um 15 Prozent. Die Kürzung richtet sich nach der Menge der neuinstallierten Anlagen im Zeitraum von Oktober 2010 bis September 2011 - und hätte mit maximal 24 Prozent auch deutlich höher ausfallen können.

Konkret erhalten die Betreiber ab dem kommenden Jahr abhängig von Standort und Größe ihrer Solarstromanlage 17,94 bis 24,43 Cent je Kilowattstunde Strom, die sie ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Die gekürzten Fördersätze betreffen ausschließlich Anlagen, die nach dem 1. Januar 2012 in Betrieb gehen - für bereits installierte Photovoltaik-Module wird weiterhin die bisherige Einspeisevergütung gezahlt.

Grundsätzlich werden die Preise bei einer neuinstallierten Anlage für 20 Jahre garantiert. Die Differenz zwischen dem Marktpreis und den höheren, garantierten Abnahmepreisen zahlen alle Verbraucher durch eine Umlage.

"In den vergangenen zwölf Monaten wurde uns ein Zubau an Leistung von insgesamt rund 5200 Megawatt gemeldet", erklärte Behördenchef Matthias Kurth. Jedes Jahr sinken die Vergütungssätze laut Gesetz automatisch um neun Prozent - übersteigt der Zubau 3500 Megawatt im Jahr, werden die Sätze zusätzlich gesenkt. Da ab 4500 Watt Zubau sechs Prozentpunkte Kürzung zusätzlich fällig werden, sinkt die Vergütung nun entsprechend um 15 Prozent. Maximal können die Sätze in einem Jahr um 24 Prozent gekappt werden.

Allerdings laufen die Geschäfte für die Solarbranche zurzeit trotz des relativ hohen Zubaus schlecht - denn im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Wert mit 7800 Megawatt noch um ein Drittel höher. Etliche Firmen wie Conergy, Solon und Q-Cells kämpfen wegen der schwächeren Nachfrage und des Preisverfalls für neue Anlagen ums Überleben.

fdi/afp/reuters
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