Bundeswehr Jeder fünfte Standort wird geschlossen

Die Bundeswehr muss die tiefsten Einschnitte ihrer Geschichte verkraften. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière will 31 der 400 Standorte schließen, zahlreiche weitere sollen deutlich verkleinert werden. Am schwersten betroffen ist ein norddeutsches Bundesland.
Gelöbnis vor dem Reichstag: Vereidigung der ersten freiwilligen Rekruten

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Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Berlin - Im Zuge der Bundeswehrreform werden 31 der knapp 400 Standorte geschlossen. 90 weitere sollen drastisch verkleinert werden, das heißt um 50 Prozent oder um mehr als 500 Posten. An 33 Standorten werden dann nur noch weniger als 15 Soldaten oder Zivilisten beschäftigt sein. Diese Entscheidungen gab Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch bekannt.

Der CDU-Politiker schreibt in seinem Standortkonzept, dass die Truppe trotzdem in der Fläche präsent bleibe. Allerdings müsse sie so stationiert werden, dass sie ihren Auftrag "auch unter den Bedingungen eines zu konsolidierenden Bundeshaushaltes und mit geringeren Umfangzahlen" erfüllen könne. Das neue Konzept ist eine Folge der Abkehr von der Wehrpflicht und der Verkleinerung der Streitkräfte auf künftig noch bis zu 185.000 Soldaten.

Besonders stark betroffen ist Schleswig-Holstein mit acht Standortstreichungen. Die Zahl der Dienstposten pro 1000 Einwohner verringert sich dort von 9,2 auf 5,4. In ganz Ostdeutschland zieht sich die Bundeswehr dagegen nur von fünf Standorten zurück.

Neuordnung der Führungsstruktur

Es werden auch sechs große Standorte mit mehr als 1000 Posten dicht gemacht - jeweils zwei davon in Bayern und Rheinland-Pfalz sowie jeweils einer in Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Teil des neuen Stationierungskonzepts ist auch eine Neuordnung der Führungsstruktur der Bundeswehr. Das Führungskommando des Heeres wird im brandenburgischen Strausberg angesiedelt, das der Luftwaffe in Berlin-Gatow. Neuer Sitz des Marinekommandos wird Rostock, der Sanitätsdienst wird künftig von Koblenz aus kommandiert und die Streitkräftebasis, die für Logistik zuständig ist, aus Bonn. Erster Dienstsitz des Verteidigungsministeriums bleibt Bonn, wie de Maizière bereits vorab bekannt gegeben hatte.

Die Generalinspekteure der Teilstreitkräfte werden künftig den jeweiligen Führungskommandos zugeordnet. Bislang waren die Führungskommandos von Heer und Luftwaffe in Koblenz und Köln angesiedelt und das Flottenkommando im Standort Glücksburg, der komplett geschlossen wird.

mg/dpa/afp
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