CSU-Vorstandswahlen Gauweiler verliert Duell mit Ramsauer

Die CSU hat am Wochenende ihren Parteichef Horst Seehofer im Amt bestätigt. Dieser hatte zuvor über Münchens Oberbürgermeister Christian Ude hergezogen. Im Duell der Seehofer-Stellvertreter setzte sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer mit knapper Mehrheit gegen den Euro-Skeptiker Peter Gauweiler durch.
Als Führungsduo bestätigt: Stellvertreter Peter Ramsauer (l.) und CSU-Chef Horst Seehofer

Als Führungsduo bestätigt: Stellvertreter Peter Ramsauer (l.) und CSU-Chef Horst Seehofer

Foto: AFP

Nürnberg - Die CSU will nach ihrem Parteitag in Nürnberg verstärkt für mehr Zustimmung bei den Bürgern kämpfen. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer kündigte am Wochenende eine "Offensive" an. Er wurde mit einen Ergebnis von knapp 90 Prozent wiedergewählt. Der Euro-Skeptiker Peter Gauweiler verpasste indes den Sprung in die CSU-Spitze.

Gauweiler verlor am Samstag knapp das Duell mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bei der Wahl der stellvertretenden Vorsitzenden. Ramsauer konnte sich mit 440 zu 419 Stimmen durchsetzen. Damit blieb der CSU eine Beschädigung der Position des Ministers erspart, der sich zuletzt vor allem durch die Forderung einer Pkw-Maut hervorgetan hatte. In seiner Bewerbungsrede sagte Ramsauer: "Jede Unterstützung für mich ist auch eine Unterstützung unserer bayerischen Belange in Berlin."

Bei Europapolitikern der CSU stieß der Ausgang der Kampfabstimmung auf Erleichterung. Zuvor hatte es die Befürchtung gegeben, mit Gauweiler als CSU-Vizechef könne es einen schärferen Kurs der Partei in der Euro-Schuldenkrise geben. Der Bundestagsabgeordnete sagte nach der Wahl, er sei natürlich ein bisschen enttäuscht. Er freue sich aber, dass er so viele Stimmen bekommen habe. Ramsauer sprach von einem Vertrauensbeweis für ihn.

Seehofer bekam bei seiner Wiederwahl 89,9 Prozent der gültigen Stimmen. 747 Delegierte votierten für und 84 gegen ihn. Ungültig waren 19 Stimmen. Mit dem Votum erreichte Seehofer das selbst gesteckte Ziel, ein Ergebnis von mindestens 88,1 Prozent zu erreichen - wie beim Parteitag im Juli 2009.

Seehofer zeigt sich zufrieden mit seinem Ergebnis

Der CSU-Vorsitzende versicherte im Gespräch mit Journalisten, er sei zufrieden mit seinem Abschneiden. Ihm gehe es nicht um persönliche Beliebtheit, sondern darum, das Land voranzubringen. Zum Scheitern Gauweilers sagte Seehofer: "Ich hätte mit jeder Situation leben können."

Als stellvertretende CSU-Vorsitzende bestätigt wurden zudem Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit 85,8 Prozent und Bayerns Justizministerin Beate Merk mit nur 63,2 Prozent. Neu zum Vizechef gewählt wurde Verteidigungs-Staatssekretär Christian Schmidt, der 73,1 Prozent bekam.

Seehofer forderte die CSU zu Selbstbewusstsein auf. Er rief den Delegierten zu: "Vor wem haben wir eigentlich Angst?" Die CSU habe die besseren Inhalte und die "besseren Köpfe". Die CSU-Politiker könnten deshalb mit "stolzer Brust" auftreten.

In scharfer Form attackierte Seehofer SPD und Grüne. Er griff auch seinen voraussichtlichen SPD-Herausforderer bei der Landtagswahl 2013 an, den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Der Ministerpräsident betonte: "Wer die Menschen ständig schlechtredet und ihre Leistungen, der hat es nicht verdient, dass er dieses Land führt."

Seehofer: Bayern steht so gut da wie nie zuvor

Seehofer lobte, es habe das "große Signal" aus Nürnberg gegeben, dass die CSU "lebendig" und voller Energie sei. Nach einer offenen Diskussion über die Europapolitik sei deutlich geworden, dass die Partei eine "gemeinsame Mission" habe.

Der Vizechef der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber, sagte: "Jetzt wird der Kampfanzug angezogen." Auch in der Berliner Koalition werde die CSU selbstbewusst auftreten. Im Mittelpunkt stehe das Ziel, bayerische Interessen zu vertreten.

FDP-Chef Philipp Rösler gratulierte Seehofer zur Wiederwahl. Er sagte: "Uns alle eint das Ziel, die christlich-liberale Koalition zum Erfolg zu führen." CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte, seine Partei werde gemeinsam mit der CSU die großen Herausforderungen in Deutschland und Europa anpacken.

krk/dapd
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