Abenteuer Taxi ADAC vergibt schlechte Noten

Europas Taxifahrer sind Verkehrsrowdys. In Deutschland sind sie noch verhältnismäßig freundlich und halten sich an die Verkehrsregeln. Dafür ist Taxi fahren hier teuer. In einer Studie testete der ADAC die Taxifahrer in 22 europäischen Großstädte.
Testergebnis: Taxi fahren in Deutschland ist teuer

Testergebnis: Taxi fahren in Deutschland ist teuer

Foto: dapd

Hamburg - In München gibt es das beste Taxiangebot Deutschlands. In Europa war nur Barcelona noch besser. Insgesamt fällt die Branche beim aktuellen ADAC-Test aber durch. Die einen telefonieren beim Fahren, die anderen bauen Umwege ein und manch einer lehnt die Fahrt gleich ganz ab. Ein weiteres Ergebnis: Taxi fahren in Deutschland ist teuer.

Köln schneidet hier noch am besten ab - mit Platz zehn und 15,70 Euro für eine sieben Kilometer lange Tagfahrt, fünf Minuten Wartezeit und ein Gepäckstück inklusive. Dieselbe Strecke ist am billigsten in Lissabon (7,98 Euro), gefolgt von Zagreb, Madrid, Barcelona und Prag. Auf den Rängen 13 bis 15 stehen in der Preiskategorie Berlin (16,23 Euro), München (17,20 Euro) und Hamburg (17,45 Euro). Am teuersten ist die Fahrt in Zürich mit umgerechnet 31,35 Euro für sieben Kilometer Strecke.

22 europäische Großstädte testet der ADAC in der heute veröffentlichten Studie. Von den vier geprüften deutschen Städten landeten München (2), Köln (3) und Berlin (5) insgesamt unter den besten Fünf. Hamburg verpasste die Top Ten mit dem elften Platz. Schuld war eine Tourabweichung mit mehr als doppelt so weiter Fahrstrecke. Den letzten Platz belegt Sloweniens Hauptstadt Ljubljana.

Barcelona sticht mit hilfsbereiten Fahrern hervor

Die Tester ließen sich als Geschäftsleute getarnt chauffieren und bewerteten die Kategorien Fahrer, Fahrzeug, Preis und Routentreue. Nach dem ADAC-Ergebnis sind die Fahrer das größte Problem des Gewerbes: Sie missachten rote Ampeln, fahren Umwege, stellen Quittungen falsch aus oder verweigern auch mal komplett die Tour. Besser als "ausreichend" erhielten die Städte für ihre Fahrer nicht, knapp die Hälfte erfüllte die Mindeststandards nicht einmal.

Den Spitzenwert von 78,1 Prozent - und dennoch nur "ausreichend" - erhielten Münchens Taxler. Gesamt-Testsieger Barcelona verdankt seinen ersten Rang auch nicht zuletzt den Chauffeuren: Neben den besten Fahrzeugen, korrekten Touren und Abrechnungen bestach Kataloniens Metropole durch hilfsbereite Fahrer. Sie erreichten mit 77,8 Prozent Rang zwei - vor den Taxifahrern in Paris, Köln und Berlin. Abgeschlagen auf dem letzten Platz finden sich Roms Taxifahrer.

Als "schlimmste Mängel" der Fahrer werden in der ADAC-Bewertung falsch ausgefüllte Quittungen genannt, fehlende Fahrerausweise oder die Absage an Kreditkartenzahlung und erhöhte Preise durch Umwege. Doch auch der Mangel "Fahrer hält sich nicht an Verkehrsregeln" wird mit knapp 30 Prozent häufig genannt. Viele Taxifahrer telefonieren während der Fahrt ohne Freisprechanlage oder halten sich nicht an Tempolimits. Letzteres könnte eilige Fahrgäste indes auch freuen.

ms/dpa
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