Dienstag, 25. Juni 2019

Studie zur Solarförderung Subventionierte Energieverschwendung

Solarindustrie in Deutschland: 175.000 Euro pro Arbeitsplatz im Jahr

Angela Merkel hat vorsichtig Kürzungen der Solarförderung angekündigt. Eine vom Bundesforschungsministerium in Auftrag gegebene Studie macht indes deutlich: Die Förderung war in mehrfacher Hinsicht Energieverschwendung.

Hamburg - Angela Merkel CDU) hat auf der Magdeburger CDU-Regionalkonferenz eine Stutzung der Solarförderung in Aussicht gestellt. Während die Windenergie auf dem Weg sei, fast rentabel Strom erzeugen zu können, sei dies bei der Sonnenergie nicht der Fall, sagte die Kanzlerin. Zwar habe die Bundesregierung die Solarförderung bereits massiv gekürzt. "Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht weiter rangehen müssen."

Dass sich Merkel ausgerechnet das ostdeutsche Magdeburg ausgesucht hat, um die Kürzung der Solarförderung zu verkünden, ist sicher kein Zufall. Denn die Landeshauptstadt gehört zu den weltweiten größten Standorten für die konkurrierenden Windturbinen. Deutschlands größter Windkraftanlagenbauer Enercon produziert hier.

In Bitterfeld-Wolfen, eine gute Autostunde südöstlich von Magdeburg gelegen, dürften die Signale der Kanzlerin dennoch angekommen sein. In der 45.000 Einwohner zählenden Stadt hat nämlich eines der größten deutschen Solarunternehmen seinen Sitz - die Q-Cells AG. Das in den vergangenen Jahren hochsubventionierte Unternehmen hat jüngst einen radikalen Jobabbau angekündigt.

Industriepolitisch nicht zu rechtfertigen

Für die Kanzlerin dürfte dies indes nur ein weiterer Stein des Anstoßes gewesen sein, die Förderpolitik der Regierung zu überdenken. Denn auch in vielerlei anderer Hinsicht erscheint die Förderung dieser Art erneuerbarer Eerngie inzwischen fraglich. Und die Fakten liegen der Bundesregierung längst vor. Besonders brisant ist dabei eine jetzt veröffentlichte Studie des Ökonomen André Schmidt über die Folgen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Das Ergebnis des Wirtschaftswissenschaftlers ist vernichtend. "Aus ordnungspolitischer und umweltpolitischer Sicht" sei das EEG "sogar als kontraproduktiv einzuschätzen", schreibt Schmidt.

Zwar betrage dank des EEG der Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtstromerzeugung in Deutschland in diesem Jahr bereits 16 Prozent. Doch vor allem die Solarindustrie habe durch das EEG massiv profitiert. "Während die Vergütungssätze der meisten Energieträger aus regenerierbaren Energien zwischen 6 und 15 Cent/KWh betragen, wurde für die Solarindustrie ein Vergütungssatz von etwas über 50 Cent/KWh (aktuell 34 Cent/KWh) festgelegt, was in etwa dem Achtfachen des Preises konventionell erzeugter Energie entspricht", schreibt der Ökonom. Und auch als Exportstütze ist das Ergebnis mehr als ernüchternd. Industriepolitisch zu rechtfertigen, so Schmidt, sei dies indes nicht - was er an drei Kernpunkten festmacht.

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung