Sonntag, 21. April 2019

Studie zur Solarförderung Subventionierte Energieverschwendung

Solarindustrie in Deutschland: 175.000 Euro pro Arbeitsplatz im Jahr

2. Teil: 175.000 Euro Subventionen pro Arbeitsplatz

Als ersten Punkt knüpft sich der Makroökonom die von den Politikern erhoffte Reduktion von Kohlendioxidemissionen vor. Sein Ergebnis: Der Beitrag des EEG zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes ist gleich Null. Der Grund: Das EEG steht in Wechselwirkung mit dem europäischen Emissionshandel. Werden in einem Land durch Förderung von erneuerbaren Energien die Kohlendioxidemissionen reduziert, so steigt das Angebot an freien Emissionsrechten - dadurch fällt ihr Preis. Das wiederum führe dazu, dass nun in den Großanlagen der Industrie mehr Kohlendioxid emittiert wird oder frei werdende Emissionslizenzen an das europäische Ausland verkauft werden. Schmidts Fazit: Über das EEG werden Kohlendioxidemissionen in Deutschlands Nachbarländern subventioniert.

Klar sind auch Schmidts Schlussfolgerungen zum Beschäftigungseffekt des EEG. Es lassen sich "keine gesamtwirtschaftlich nennenswerten Erfolge konstatieren", schreibt der Ökonom. So habe die Förderung der regenerierbaren Energien zu erheblichen Verdrängungseffekten der Beschäftigung in der konventionellen Energieerzeugung und energieintensiven Branchen geführt. Darüber hinaus dürfe nicht übersehen werden, dass die Förderung erneuerbarer Energien insgesamt zu höheren Energiepreisen geführt habe - rund 31,50 Euro pro Haushalt und Jahr. Dies habe die Kaufkraft der Haushalte entsprechend gesenkt.

Den im Jahr 2009 nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft 48.000 in der Fotovoltaikbranche Beschäftigten, stünden rund 8,4 Milliarden Euro an allein in 2008 gezahlten Subventionen gegenüber. Daraus errechnet Schmidt einen durchschnittlichen Subventionsbetrag von 175.000 Euro pro Jahr und Arbeitsplatz. "Vergleicht man dies mit den 75.000 Euro pro Arbeitsplatz in der Steinkohleindustrie, so stellen sich doch erhebliche Zweifel ein, inwieweit es sich hier tatsächlich um eine effiziente Maßnahme zur Erhöhung der Beschäftigung handelt", schreibt Schmidt.

48 Prozent der Module stammen aus China

Kein gutes Haar lässt der Wirtschaftswissenschaftler schließlich an der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Fotovoltaikhersteller. Denn die durch das EEG gewährten Zahlungen kämen vor allem den asiatischen Anbietern von Solarmodulen zugute. Da die inländische Produktion die Nachfrage nicht abdecken könne, stammten rund 48 Prozent aller in Deutschland installierten Solarmodule aus dem Ausland. Davon wiederum würde die Hälfte aus China importiert.

"Wesentliche Exporterfolge haben sich dagegen nicht eingestellt", so Schmidt. Der Weltmarktanteil deutscher Unternehmen liege bei 15 Prozent - Tendenz sinkend. Von den gesamten Subventionsbeträgen flössen rund 80 Prozent an ausländische Anbieter. "Man steigert also nicht die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie, sondern die des Auslands." Im Gegenteil zeigten internationale Studien, dass die deutschen Solarmodulunternehmen sogar erhebliche Kostennachteile gegenüber ihren ausländischen Wettbewerbern haben, was Schmidt auf "überhöhte und gleichzeitig garantierte Einspeisevergütungssätze" zurückführt.

Seite 2 von 3

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung