Grenzkontrollen Dänen bauen Anlagen auf deutschem Boden

Dänische Grenzanlagen werden auf deutscher Seite am Autobahnübergang Ellund gebaut. Die Ankündigung der dänischen Zollbehörden stieß im Auswärtigen Amt in Berlin auf "völliges Unverständnis".
Dänischer Grenzübergang: Die neue Technik wird für die wiedereingeführten Kontrollen genutzt

Dänischer Grenzübergang: Die neue Technik wird für die wiedereingeführten Kontrollen genutzt

Foto: FABIAN BIMMER/ REUTERS

Flensburg/Berlin - Der dänische Zoll will Teile einer Grenzanlage, die auch für die umstrittenen neuen Kontrollen innerhalb des Schengen-Raums genutzt werden soll, in Schleswig-Holstein errichten. Wie der Direktor der dänischen Zollbehörde, Erling Andersen, dem "Flensburger Tageblatt" sagte, sollen Baufirmen im September damit beginnen, vor dem Autobahnübergang Ellund elektronische Tafeln zur Geschwindigkeitsreduzierung, Stopplichter und Schranken zu installieren. Auf der dänischen Seite der Grenze soll der Verkehr demnach mit Tempo 40 auf eine asphaltierte Fläche geleitet werden, die noch aus der Zeit vor Dänemarks Beitritt zum Schengen-Raum stammt.

Mit einem Betriebsbeginn der Anlagen sei zum Jahresende zu rechnen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die dänischen Straßenbaubehörden. Das Parlament in Kopenhagen habe die nötigen 1,43 Millionen Euro bereits im Jahr 2008 in den Haushalt eingestellt. Ziel sei, bei stichprobenartigen Kontrollen die Verkehrssicherheit zu erhöhen, erläuterte Zolldirektor Andersen. Auch wenn die Entstehungsgeschichte nichts mit den im Juli begonnenen intensiveren Grenzkontrollen zu tun habe, werde die Technik "natürlich für die neue Form der Kontrollen genutzt". "Es ist klar, dass wir die Anlage darin einbeziehen", sagte Andersen.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die Ankündigung der dänischen Zollbehörden, in Kürze mit dem Bau der Anlagen zu beginnen, stoße auf "völliges Unverständnis". Den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröder (CDU), zitierte das "Flensburger Tageblatt" mit den Worten: "Unabhängig davon, ob die Kontrollen am Ende so ausgestaltet werden, dass sie mit dem EU-Recht in Einklang stehen oder nicht, ist eine Verkehrslenkung, die Staus und Auffahrunfälle verhindert, vernünftig." Eine Sprecherin des Verkehrsministerium in Kiel bezeichnete die Pläne in dem Blatt als "einfache Verwaltungsgeschichte".

sk/afp
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.