Schweiz Abschlagszahlung auf deutsches Schwarzgeld

Von dem angestrebten Steuerabkommen mit der Schweiz verspricht sich das Bundesfinanzministerium Einnahmen von etwa zehn Milliarden Euro. Das Ministerium rechnet laut SPIEGEL mit einer Abschlagszahlung für Altvermögen in dieser Höhe. Für deutsche Steuersünder hätte die Regelung Vorteile.
Gute Geschäfte mit Schwarzgeld: CDs mit Daten aus der Schweiz haben bislang manchen deutschen Steuersünder aufgeschreckt. Nun strebt Berlin eine Abschlagsregelung an

Gute Geschäfte mit Schwarzgeld: CDs mit Daten aus der Schweiz haben bislang manchen deutschen Steuersünder aufgeschreckt. Nun strebt Berlin eine Abschlagsregelung an

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Berlin - Die Abschlagszahlung auf deutsche Schwarzgeldbestände sei ein Kernpunkt des zwischen der Schweiz und Deutschland angestrebten Steuerabkommens, dessen Verhandlungen bereits weit fortgeschritten seien.

Wegen der deutschen Verjährungsregeln kommt der deutsche Fiskus dabei laut SPIEGEL nur noch an Schwarzgeld heran, das in den vergangenen zehn Jahren unversteuert neu in die Schweiz gebracht wurde oder an unversteuerte Erträge von Schwarzgeld, das schon länger in der Schweiz liegt. Je nach Anlagedauer und Zeitraum solle auf dieses Geld ein Steuersatz von 20 bis 30 Prozent fällig werden, hieß es dem Bericht zufolge im Bundesfinanzministerium.

Für die deutschen Steuersünder hat diese Regelung entscheidende Vorteile: Zum einen ist ihr Schwarzgeld damit legalisiert. Vor allem aber können sie anonym bleiben, da die Schweizer Banken die Abschlagszahlung ohne Namensnennung abführen.

Abschlagszahlung ohne Namensnennung

Eine Einigung wurde laut "Spiegel" mittlerweile auch darüber erzielt, dass auf Erträge deutschen Kapitals in der Schweiz künftig eine Abgeltungssteuer von 26 Prozent fällig werde. Das entspricht dem in Deutschland geltenden Prozentsatz.

Zudem müsse die Schweiz künftig den deutschen Behörden einfacher Amtshilfe leisten - allerdings nur in etwa 500 Fällen pro Jahr. Nach deutscher Lesart solle in diesen Fällen künftig allein der Name des Verdächtigen reichen, um zu erfahren, ob er ein Konto in der Schweiz hat.

In einem Zusatzpassus haben die Beamten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dem Bericht zufolge außerdem durchgesetzt, dass die Zahl der Auskunftsersuchen künftig schnell steigen kann, sollte sich herausstellen, dass die Deutschen weiterhin Schwarzgeld im großen Stil in die Schweiz verschieben.

la/afp
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