Gewerkschaften warnen Weniger Jobs wegen Elektroautos

Weniger Elemente, weniger Arbeit: Weil Elektroautos aus einer geringeren Anzahl an Komponenten zusammengebaut würden als die heutigen Fahrzeuge, fürchtet die IG-Metall eine Entlassungswelle in Deutschland. Jetzt schlägt der erste Gewerkschafter Alarm.
Die Schattenseiten der Elektromobilität: Die IG-Metall fürchtet um Arbeitsplätze

Die Schattenseiten der Elektromobilität: Die IG-Metall fürchtet um Arbeitsplätze

Foto: Miguel Villagran/ ASSOCIATED PRESS

München - Die Gewerkschaften fürchten bei einer flächendeckenden Einführung von Elektroautos ab 2020 den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze in Deutschland. "Es wird weniger Beschäftigte geben, je mehr der Elektroantrieb den Verbrennungsmotor verdrängt", sagte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler.

Der Verbrennungsmotor habe rund 1400 Teile im Antriebsstrang, der Elektroantrieb aus heutiger Sicht nur etwa 210. "Kolben oder Getriebe werden nicht mehr gebraucht", erklärte Wechsler. Wie viele Arbeitsplätze in Gefahr seien, hänge vom Engagement der deutschen Hersteller und Zulieferer im Bereich Elektromobilität ab und sei deshalb derzeit schwer zu beziffern, sagte Wechsler, der auch im Aufsichtsrat von BMW sitzt.

Politik und Industrie forderte er auf, den Einsatz bei der Förderung von Elektroantrieben zu erhöhen, damit sich nicht andere Länder wie China oder die USA die führende Position in diesem Zukunftsmarkt sichern. "Es geht darum, jetzt die richtigen Weichen zu stellen, damit wir bei diesem Strukturwandel am Ende nicht die Verlierer sind."

sk/rtr
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