Lohngefälle Ostdeutsche verdienen bis zu 33 Prozent weniger

Auch mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung verdienen Arbeitnehmer im Osten erheblich weniger als ihre westlichen Kollegen. Nur in zwei Berufsgruppen liegen die Ostdeutschen vorn - bei 100 untersuchten Berufen.
Gravierende Gehaltsunterschiede: Ein ostdeutscher Fräser beispielsweise verdient rund 33 Prozent weniger als sein westdeutscher Kollege

Gravierende Gehaltsunterschiede: Ein ostdeutscher Fräser beispielsweise verdient rund 33 Prozent weniger als sein westdeutscher Kollege

Foto: Oliver Berg/ dpa

Berlin - Im Durchschnitt liege der Gehaltsunterschied zwischen Ost und West bei 17 Prozent, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung.

Besonders hoch sei das Lohngefälle bei Fräsern. Während im Westen im Schnitt 2425 Euro im Monat gezahlt würden, liege das Durchschnittsgehalt im Osten bei 1631 Euro. Damit verdienten Arbeitnehmer im Osten 33 Prozent weniger als ihre Kollegen in Westdeutschland.

Nur in zwei der 100 untersuchten Berufe liegen die Ost-Löhne demnach über den West-Löhnen: Friseure bekommen durchschnittlich 2 Prozent mehr Gehalt, bei Briefzustellern liegt das Plus bei 4 Prozent.

Die Gehaltsdaten beziehen sich auf Mitarbeiter in kleineren Firmen, die keine Leitungsfunktion hätten, keine Zulagen bekämen, im Schnitt zehn Jahre Berufserfahrung besäßen und 38 Stunden die Woche arbeiteten.

Die Lohnunterschiede erklärt Reinhard Bispinck, Leiter des Tarifarchivs der Böckler-Stiftung, mit strukturellen Unterschieden. "Hauptgrund für die niedrigeren Ost-Gehälter ist die geringe Tarifbindung der ostdeutschen Firmen. Zudem gibt es im Osten weniger große Betriebe. Je kleiner, desto geringer in der Regel die Bezahlung", so Bispinck.

mg/dpa-afx/afp
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