Steuerhinterziehung Großrazzia bei iPhone-Händlern

Mit einer bundesweiten Razzia sind Ermittler gegen 13 Unternehmen wegen des Verdachts auf eine millionenschwere Umsatzsteuerhinterziehung beim Handel mit iPhones vorgegangen. Der Schaden belaufe sich nach derzeitigem Stand auf mindestens 13 Millionen Euro.
Verdacht gegen bundesweit 23 Beschuldigte aus 13 Unternehmen: Sie sollen Mobiltelefone im Wert von mehreren Millionen Euro aus dem Ausland erworben haben, ohne Umsatzsteuer zu zahlen

Verdacht gegen bundesweit 23 Beschuldigte aus 13 Unternehmen: Sie sollen Mobiltelefone im Wert von mehreren Millionen Euro aus dem Ausland erworben haben, ohne Umsatzsteuer zu zahlen

Frankfurt am Main - Mit einer Großrazzia haben zu Wochenbeginn mehr als 300 Polizisten und Steuerfahnder bundesweit 150 Büros und Wohnungen wegen des Verdachts auf bandenmäßige Umsatzsteuerhinterziehung beim Handel von iPhones durchsucht. Die Ermittlungen richteten sich gegen 23 Beschuldigte, vier Personen seien verhaftet worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit.

Mit einem sogenannten Umsatzsteuerkarussell hätten die beteiligten 13 Unternehmen insgesamt 13 Millionen Euro an Steuern hinterzogen. Die Beschuldigten hätten jeden Monat Mobiltelefone, vor allem die teuren iPhones, im Wert von mehreren Millionen Euro im Ausland erworben, dafür aber keine Umsatzsteuer in Deutschland bezahlt, erläutete die Staatsanwaltschaft.

Über eine Kette von Firmen seien die Geräte immer weiterverkauft worden, bis ein Unternehmen sie wieder ins Ausland verkaufte und vom Finanzamt die - nie gezahlte - Umsatzsteuer erstattet bekam. Die Unternehmen seien allerdings unbekannt, zum Teil handele es sich um Briefkastenfirmen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Zuletzt wurde ein solcher mutmaßlicher Umsatzsteuerbetrug in wesentlich größerer Dimension beim Handel von CO2-Emissionsrechten aufgedeckt. Im April hatten mehr als 1000 Steuerfahnder und Polizisten 230 Wohnungen und Büros durchsucht, unter anderem bei der Deutschen Bank  und der HypoVereinsbank. Inzwischen sind sechs Personen angeklagt. Die Umsatzsteuerausfälle bezifferte die Staatsanwaltschaft in diesem Fall auf 850 Millionen Euro.

sk/rtr
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