Mehr Arbeit Vollzeitstellen schlagen Teilzeitjobs

Deutschland spürt den Aufschwung: Erstmals seit Langem ist die Zahl der neuen Vollzeitstellen in der Bundesrepublik stärker als die der neuen Teilzeitjobs gestiegen. Zeitgleich nimmt die Zahl der Überstunden wieder zu - und die Kurzarbeit fällt unter das Vorkrisenniveau.
MAN-Turbo in Oberhausen: Mehr Arbeitsstunden in der deutschen Industrie

MAN-Turbo in Oberhausen: Mehr Arbeitsstunden in der deutschen Industrie

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Nürnberg - Es ist ein deutliches Zeichen für den Aufschwung, den Deutschlands Wirtschaft derzeit erlebt. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg im ersten Quartal 2011 um 1,6 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Unter dem Einfluss der kräftigen Wirtschaftsentwicklung setzte sich damit die starke Dynamik des vierten Quartals 2010 fort. "

Aufgrund der guten Konjunktur nimmt die Vollzeitbeschäftigung derzeit auch ein bisschen kräftiger zu als die Teilzeitbeschäftigung", ermittelten die IAB-Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Susanne Wanger; die Teilzeitbeschäftigung expandierte zuletzt mit einem Plus von 1,5 Prozent etwas weniger als die Vollzeitbeschäftigung. Nach jüngsten Schätzungen könnte die Wirtschaft hierzulande im laufenden Jahr mit einer vergleichsweise hohen Rate von rund 4 Prozent wachsen. Ebenfalls aufgrund der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland wird in der Bundesrepublik auch wieder mehr gearbeitet.

Die tarifliche bzw. betriebsübliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten lag im ersten Quartal 2011 mit 38,23 Wochenstunden etwas höher als im ersten Quartal 2010, so die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Und es wurden zudem etwas mehr bezahlte Überstunden geleistet als im entsprechenden Vorjahresquartal. Die Zahl der Kurzarbeiter belief sich darüber hinaus im Monatsdurchschnitt des ersten Quartals 2011 nur noch auf rund 300.000 Personen - nach 933.000 im ersten Quartal des Vorjahres.

Da auch die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Quartal 2011 um 1,4 Prozent stieg, nahm das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen um 2,8 Prozent zu und belief sich auf 14,7 Milliarden geleistete und bezahlte Arbeitsstunden. Die Produktivität je Arbeitsstunde erhöhte sich dennoch erstmals seit fünf Jahren wieder kräftig und lag um 2,3 Prozent über ihrem Vorjahreswert, denn die gesamtwirtschaftliche Produktion war im ersten Quartal 2011 um 5,2 Prozent größer als im Vorjahr.

kst/iab

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