Donnerstag, 23. Januar 2020

Starke Konjunktur Fiskus verbucht dickes Steuerplus

Schwungvolle Arbeit: Die Konjunktur läuft in Deutschland auf Hochtouren

Bund und Länder profitieren weiter vom starken Aufschwung und der Zunahme der Beschäftigung. Die Steuereinnahmen kletterten im Mai um gut 10 Prozent. In den ersten fünf Monaten 2011 flossen 9,2 Prozent mehr in die Kassen der Finanzminister als im gleichen Zeitraum 2010.

Berlin - Der Bund und die Bundesländer profitieren weiter von der blendenden Konjunktur und der Zunahme der Beschäftigung. Die Steuereinnahmen kletterten im Mai zum Vorjahresmonat um 10,1 Prozent auf gut 42 Milliarden Euro, wie das Bundesfinanzministerium am Montag mitteilte. Damit flossen in den ersten fünf Monaten des Jahres über 203 Milliarden Euro in die Kassen der Finanzminister - das sind 9,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2010.

Setzt sich die positive Entwicklung fort, kann der Fiskus 2011 mit erheblich höheren Einnahmen rechnen als die Steuerschätzung vorhergesagt hatte: Sie hatte für das Gesamtjahr nur ein Plus von 4,4 Prozent prognostiziert.

Vor allem die Lohnsteuereinnahmen legten im Mai deutlich um 16,3 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro zu. "Dieser sehr kräftige Zuwachs hat seine Ursache im Anstieg der Zahl der Beschäftigten, dem massiven Abbau der Kurzarbeit gegenüber dem Vorjahr und nicht zuletzt auch in Tarifsteigerungen und wieder höheren Bonuszahlungen", heißt es im Monatsbericht des Ministeriums.

Einen rasanten Anstieg der nicht veranlagten Steuern vom Ertrag um 28,6 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro erklärten die Beamten mit den Hauptversammlungen vieler großer Unternehmen im Mai und der folgenden Dividendenausschüttung. "Aufgrund der guten Gewinnentwicklung im Vorjahr wurden offensichtlich sehr hohe Ausschüttungen getätigt", heißt es im Monatsbericht für Juni. Die Einnahmen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge stiegen im Mai um 3,7 Prozent auf 517 Millionen Euro. Damit sei der Abwärtstrend des vergangenen Jahres gestoppt, allerdings auf niedrigem Niveau.

Der Grund dafür ist das noch immer vergleichsweise niedrige Zinsniveau. Die Umsatzsteuereinnahmen stiegen nur um 0,6 Prozent auf gut 16,3 Milliarden Euro. Dabei stiegen jedoch die Einnahmen aus der Einfuhrumsatzsteuer wegen des sehr lebhaften Außenhandels mit plus 21,5 Prozent erneut kräftig an. Da ein Zuwachs bei der Einfuhrumsatzsteuer die Vorsteuerabzüge im Inland erhöht, ging das Niveau der Binnen-Umsatzsteuer um fünf Prozent zurück.

Bei der neu eingeführten Luftverkehrsteuer, die 77 Millionen Euro einbrachte, setzte sich der Aufwärtstrend fort. Auch in den Sommermonaten rechnen die Beamten mit deutlichen Zuwächsen. Einnahmen aus der ebenfalls in diesem Jahr neu eingeführten Kernbrennstoffsteuer wurden bisher noch nicht erzielt.

cr/rtr

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