Städtebund Gewerbesteuer auf Freiberufler ausweiten

Bundesfinanzminister Schäuble warb bei den Kommunen bis zuletzt für eine Abschaffung der Gewerbesteuer. Durchsetzen konnte er sich nicht, die Gewerbesteuer bleibt den Deutschen erhalten. Der Städte- und Gemeindebund will künftig auch Freiberufler zur Kasse bitten.
Arzt mit Stethoskop: Geht es nach dem Willen des Städte- und Gemeindebundes, sollen auch sie bald Gewerbesteuer zahlen

Arzt mit Stethoskop: Geht es nach dem Willen des Städte- und Gemeindebundes, sollen auch sie bald Gewerbesteuer zahlen

Foto: DPA

Berlin - Die Pläne von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für eine Abschaffung der Gewerbesteuer sind vorerst vom Tisch. "Wir sind sehr froh, dass wir die Gewerbesteuer behalten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht.

In diesem Jahr werde die Abgabe mit voraussichtlich 39 Milliarden Euro fast den Höchststand aus dem Jahr 2008 von 41 Milliarden Euro erreichen. Zugleich forderte Landsberg eine Ausweitung der Gewerbesteuer auf Freiberufler. Dies würde den Gemeinden Mehreinnahmen von jährlich bis zu sechs Milliarden Euro bescheren. Für die Freiberufler wäre dies verkraftbar, wenn sie die Gewerbesteuer mit ihrer Einkommensteuerschuld verrechnen könnten.

In Berlin kommt am Mittwoch die Gemeindefinanzkommission von Bund, Ländern und Kommunen zu ihrer letzten Sitzung zusammen. Bis zuletzt hatte Schäuble bei Städten und Gemeinden für seine Idee geworben, die Gewerbesteuer durch alternative Einnahmequellen zu ersetzen. So hätten die Kommunen direkt an der Einkommenssteuer beteiligt werden und in einem beschränkten Maße auch das Recht erhalten sollen, auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer Zu- und Abschläge zu erheben.

wed/rtr
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