Mittwoch, 13. November 2019

Ehec Krankenhäuser fordern Finanzhilfe

Ehec-Infizierter im UKE: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert, die finanziellen Kürzungen für die Krankenhäuser zurückzunehmen

Die deutschen Krankenhäuser befürchten angesichts der Ehec-Epidemie eine finanzielle Überforderung der Kliniken. Inzwischen sind 22 Menschen an dem aggressiven Keim gestorben und ein Ende der Epidemie ist nicht in Sicht: Die verdächtigten Sprossen haben sich als Quelle bisher nicht bestätigt.

Düsseldorf - Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fürchtet wegen der zahlreichen Erkrankungen mit dem Darmbakterium Ehec eine finanzielle Überforderung der Kliniken. "Ich appelliere an die Politik angesichts der Ehec-Epidemie, die geplanten finanziellen Kürzungen für die Krankenhäuser zurückzunehmen", sagte Hauptgeschäftsführer Georg Baum der "Rheinischen Post".

Baum sagte, die Epidemie zeige, wie wichtig es sei, in den Krankenhäusern Kapazitäten an Betten und Personal vorzuhalten, um solche schwierigen Situationen zu meistern. Zurzeit könne die Lage nur bewältigt werden, weil die Kliniken untereinander Personal austauschten. "Die Kliniken machen heute alles, was für die Versorgung der Erkrankten notwendig ist - ohne Rücksicht darauf, ob sie ihre Leistungen am Ende von den Krankenkassen auch vergütet bekommen", sagte Baum.

Bei ihrer Suche nach dem aggressiven Ehec-Erreger haben die Ehec-Ermittler unterdessen einen neuen Rückschlag erlitten. Die von einem Hamburger Patienten abgegebene Sprossenprobe weist keine Ehec-Keime auf. Das berichtete Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Der 42-jährige Hamburger hatte das Sprossengemüse eines inzwischen gesperrten Hofs in Niedersachsen im Kühlschrank vergessen.

Die mehrere Wochen alte Packung hätte den Behörden dabei helfen können, die Infektionsquelle zweifelsfrei nachzuweisen. Erste Laborproben aus dem betroffenen Hof in Bienenbüttel waren am Montag ebenfalls negativ ausgefallen.

Der 42-Jährige war selbst - möglicherweise nach dem Verzehr von anderem Sprossengemüse - an EHEC erkrankt und lag tagelang auf einer Isolierstation in einem Lüneburger Krankenhaus. Mittlerweile ist er von der Infektion wieder genesen.

Aigner weist Kritik zurück

Inzwischen ist die Zahl der Opfer auf 22 Tote angestiegen. 15 Patienten seien infolge des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) gestorben, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Bei sieben weiteren gestorbenen Ehec-Infizierten wurde diese schwere Komplikation den Angaben zufolge nicht festgestellt. Die meisten Toten gibt es nach RKI-Zahlen in Niedersachsen. Dort starben sechs Menschen. Fünf kamen in Schleswig-Holstein ums Leben, vier in Nordrhein-Westfalen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wies unterdessen Kritik am Ehec-Krisenmanagement der schwarz-gelben Bundesregierung zurück. "Wir arbeiten in der jetzigen Situation alle zusammen", sagte Aigner in der ARD-Sendung "Beckmann". "Es gibt keine Kompetenzrangeleien, überhaupt nicht."

Die EU-Agrarminister wollen bei ihrem heutigen Ehec-Sondertreffen über mögliche Hilfen für Bauern entscheiden. Die EU-Kommission arbeite bereits an einem Vorschlag für Ausgleichszahlungen, sagte der Sprecher von EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos. "Wir hoffen, dass wir eine grundsätzliche Einigung finden können." Details müssten dann aber noch ausgearbeitet werden.

mg/dpa-afx

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