Mittwoch, 13. November 2019

Seuche EU-Agrarminister ziehen Ehec-Krisentreffen vor

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Die EU-Agrarminister ziehen angesichts der grassierenden Ehec-Welle ihr Krisentreffen vor und wollen bereits am Dienstag kurzfristig über Hilfen für Bauern entscheiden. Deutsche Behörden arbeiten derweil an dem Nachweis des Ehec-Erregers auf Sprossen. Am Nachmittag sollen Ergebnisse vorliegen.

Luxemburg - Die Ehec-Krise und die Folgen für die europäischen Gemüse-Produzenten sind am Dienstag Thema auf einem EU-Sondertreffen. Die für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit zuständigen Minister der 27 EU-Länder kommen am frühen Nachmittag in Luxemburg zusammen, wie ein Sprecher der ungarischen Ratspräsidentschaft sagte. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will an der Sitzung in Luxemburg teilnehmen, wie ein EU-Diplomat mitteilte.

Der Druck auf die Agrarpolitiker war zuletzt wohl so stark geworden, dass sie das Treffen vorverlegt haben. Eigentlich wollten die Agrarminister erst in knapp zwei Wochen zu der außerordentlichen Sitzung zusammenkommen. Nun sollen schon am Dienstag in Luxemburg mögliche Entschädigungen für europäische Obst- und Gemüsebauern abgesegnet werden.

Spanische Bauernverbände hatten die Verluste für Landwirte auf 200 Millionen Euro pro Woche beziffert. Nach Russland hat in der vergangenen Woche auch der Libanon ein Importverbot auf Gemüse aus der gesamten Europäischen Union verhängt.

Ehec auf Sprossen: Betrieb aus Uelzen im Visier

Mit Nachdruck arbeiten die niedersächsischen Behörden derzeit an dem Nachweis des Ehec-Erregers auf Sprossen. Vermutlich am Nachmittag würden die ersten Ergebnisse aus dem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) vorliegen, sagte der Sprecher des Landwirtsschaftsministeriums, Gert Hahne, am Montag in Hannover.

Bei den ersten Proben soll es sich um Untersuchungen von dem in dem Uelzener Gartenbaubetrieb verwendeten Wasser sowie Tupferergebnissen von Arbeitstischen und Belüftungssystemen handeln. Möglicherweise werden diese ersten Ergebnisse noch keinen Nachweis für den Ehec-Erreger liefern, sagte Hahne. Bereits am Sonntag hatte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) erklärt, dass möglicherweise der Ehec-Nachweis nicht mehr erbracht werden könne.

Durch die Lieferwege waren die niedersächsischen Behörden am Wochenende auf die Spur der Sprossen als möglichen Ehec-Verursacher gekommen. Demnach lassen sich die ersten sechs größeren Ausbrüche des Erregers nach Angaben von LAVES auf Lieferungen des Sprossenherstellers zurückführen.

Inzwischen werden laut Robert-Koch-Institut 21 Todesfälle mit Ehec in Verbindung gebracht. Bundesweit sind mehr als 1.500 Ehec-Fälle und 620 HUS-Fälle gemeldet worden.

la/dpa/afp

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