Mittwoch, 13. November 2019

Bakterium Spanische Gurken nicht Quelle der Ehec-Epidemie

Ehec: Zahl der Krankheitsfälle in Deutschland steigt
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Die Welle gefährlicher Ehec-Infektionen geht vermutlich doch nicht auf Salatgurken aus Spanien zurück. Damit beginnt die Suche nach der Infektionsquelle von vorn. 

Hamburg - Bei zwei der vier Gurkenproben habe sich keine Übereinstimmung mit den in Stuhlproben von Patienten gefundenen Ehec-Typ gezeigt, teilte die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks am Dienstag überraschend in der Hansestadt mit. "Unsere Hoffnung, die Quelle der schweren Komplikationsfälle mit HUS-Syndrom zu entdecken, hat sich bei diesen ersten Ergebnissen leider nicht erfüllt", fügte sie hinzu.

Die auf den Gurken gefundenen Verunreinigungen stellten aber dennoch eine Gefahr dar und könnten eine Ehec-Erkrankung auslösen. Es sei daher richtig gewesen, vergangene Woche die Untersuchungsergebnisse zu veröffentlichen.

Die Behörden tappen damit bei der Suche nach der Herkunft des gefährlichen Keims weiter im Dunkeln. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt hatte vergangene Wochen spanische Gurken als Quelle des Bakteriums identifiziert. Allerdings musste zur Bestimmung des Erregertyps zunächst eine Reinkultur angezüchtet werden.

Auch bei den Fallzahlen kann laut Prüfer-Storcks keine Entwarnung gegeben werden. In Hamburg als dem am stärksten betroffenen Bundesland seien bislang 669 Fälle gemeldet worden. 110 Menschen werden in Kliniken wegen lebensgefährlicher Komplikationen - dem Hämolytisch-Urämischen-Syndrom (HUS) - behandelt.

Beim Robert Koch-Institut (RKI) sind nach eigenen Angaben bundesweit 373 HUS-Fälle registriert, darunter sechs Todesfälle. Bundesweit werden mit Ehec aber inzwischen bis zu 15 Todesfälle in Verbindung gebracht. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr zeigte sich beim Ärztetag in Kiel zuversichtlich, dass die Infektion beherrschbar sein wird. Zugleich rief er zur Einhaltung der Hygieneregeln auf und empfahl, Gemüse nicht roh zu verzehren.

la/reuters

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