Marode Kasse Vereinigte IKK will durch Fusion der Pleite entkommen

Die City BKK ist bereits pleite, der Krankenkasse Vereinigte IKK droht dasselbe Schicksal. Rettung könnte eine Fusion bringen. Die IKK classic zeigte sich dazu bereit - stellt aber Bedingungen.
Fahnen mit Logo der Vereinigten IKK: Fusion soll die Rettung bringen

Fahnen mit Logo der Vereinigten IKK: Fusion soll die Rettung bringen

Foto: Victoria Bonn-Meuser/ dpa

Hamburg - Setzt bei den maroden Krankenkassen der Dominoeffekt ein? Nach der City BKK droht auch der Vereinigten IKK wegen enormer finanzieller Schwierigkeiten das Aus. Sie könnte aber durch die Fusion mit einem anderen Unternehmen gerettet werden: Die IKK classic teilte mit, sie sei grundsätzlich zu einer Fusion mit der Vereinigten IKK bereit. Dafür müsse diese aber bestimmte Bedingungen erfüllen.

Dabei gehe es um die finanzielle Absicherung und die Führungsstruktur einer möglichen fusionierten Kasse. Eine weitere Voraussetzung sei, dass die Vereinigte IKK von der Erhebung eines Zusatzbeitrags absehe. Erst am vergangenen Freitag hatte der Verwaltungsrat der Vereinigten IKK beschlossen, von den Versicherten einen Zusatzbeitrag in Höhe von acht Euro zu verlangen.

Der Vorstandschef der IKK classic, Gerd Ludwig, sagte, eine fusionierte IKK würde bis zum Jahr 2013 keinen Zusatzbeitrag benötigen. Mit einem Zusammenschluss entstünde die fünftgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland mit zusammen 3,5 Millionen Versicherten.

Pläne für eine Fusion der beiden Kassen hatte es bereits in der Vergangenheit gegeben. Sie waren aber zwischenzeitlich fallengelassen worden. Gespräche über Finanzhilfen und eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Kassen laufen bereits seit längerem.

Tausende Kunden der City BKK suchen neuen Versicherer

Als Grund für ihre Schieflage nannte die Vereinigte IKK die hohen Durchschnittskosten für ihre Versicherten in Ballungszentren mit vielen Krankenhäusern und Fachärzten. Der Gesundheitsfonds gleiche regionale Unterschiede in der Versorgung nicht aus. Die Vereinigte IKK, die aus der Fusion von Signal Iduna IKK und IKK Nordrhein hervorgegangen ist, hat gut 1,6 Millionen Mitglieder.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die City BKK zum 1. Juli wegen chronischer Finanzprobleme und Mitgliederschwunds geschlossen wird. Damit müssen sich rund 168.000 Versicherte vor allem in Berlin, Hamburg und Stuttgart eine neue Krankenkasse suchen.

Zunächst gab es Berichte, dass andere Kassen die Kunden der City BKK abwimmelten. Inzwischen haben die größten Kassen wie Barmer GEK, Techniker Krankenkasse (TK), AOK Nordost und die Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) versichert, dass sie alle Versicherten aufnehmen. Schließlich sei man gesetzlich und gesellschaftlich dazu verpflichtet, hieß es. Allerdings räumten die Kassen ein, auf den großen Andrang nicht vorbereitet gewesen zu sein. Die TK erklärte, sie habe bereits 13.000 Versicherte der City BKK aufgenommen.

mmq/afp/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.