Pflegeversicherung Kassen taxieren Rösler-Pläne auf zehn Milliarden Euro

Die Kassen geben sich unnachgiebeig: Wenn Gesundheitsminister Rösler alle seine Pläne zur Reform der Pflegeversicherung umsetze, würde dies zehn Milliarden Euro pro Jahr kosten, weil sie an anderer Stelle nicht im gleichen Maße sparen könnten. Der Beitragssatz müsse deshalb deutlich steigen.
Altenpflege: Reform der Pflegeversicherung wegen Kostenbelastung umstritten

Altenpflege: Reform der Pflegeversicherung wegen Kostenbelastung umstritten

Foto: dapd

Berlin - Bessere Versorgung von Demenzkranken wollen alle, die Reform der Pflegeversicherung ist dennoch schwierig. Jetzt gehen die Kassen auf die Barrikaden.

Wenn Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nicht nur die Lage der Demenzkranken verbessern wolle, sondern auch alle anderen Ideen zur Pflegereform umsetze, können das teuer werden. Das sagen jedenfalls die Kassen: Nach ihren Berechnungen würden die Pläne bis zu zehn Milliarden Euro pro Jahr kosten. Damit müsse der Beitragssatz in der Pflegeversicherung von derzeit 1,95 Prozent auf fast 3,0 Prozent steigen, berichtet die "Berliner Zeitung" und beruft sich auf Berechnungen der Kassenverbände.

Zwar versicherte der Minister, nicht alles, was wünschenswert sei, könne finanziert werden. Er kündigte jedoch gleich mehrere Punkte an, die in die Pflegereform einfließen sollten.

Unter anderem veranschlagten die Kassenverbände die geplanten besseren Leistungen für Demenzkranke und den Aufbau der geplanten Kapitalrücklage mit Kosten von jeweils rund drei Milliarden Euro. Für die in Aussicht gestellten gemeinsamen Kuren für Pflegebedürftige und Angehörige wurden Mehrausgaben bis zu einer Milliarde Euro angesetzt.

kst/dpa