Europavergleich Deutschlands Bildung nur Mittelmaß

Besser, aber nicht gut genug: Die Europäische Kommission lässt wenig Gutes an Deutschlands Bildungssystem. Zwar habe die Bundesrepublik zuletzt ein paar drängende Probleme gelöst. Die Besten in Europa seien den deutschen Schulen und manchen Universitäten aber noch immer haushoch überlegen.
Hauptschule in Arnsberg (Sauerland/NRW): Deutsche Schulen nach EU-Meinung nur mäßig gut

Hauptschule in Arnsberg (Sauerland/NRW): Deutsche Schulen nach EU-Meinung nur mäßig gut

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Brüssel - Deutschland und Europa haben insgesamt Fortschritte in Sachen Bildung gemacht, von den einst für 2010 anvisierten Zielen aber wurden kaum welche erreicht. Das ist das ernüchternde Fazit eines Vergleich der Bildungssysteme in Europa.

In ihrem am Dienstag in Brüssel vorgelegten Bericht vergleicht die Kommission die Fortschritte der 27 Mitgliedsstaaten im Hinblick auf die EU-Bildungsvorgaben. Der Bericht schaut auf die Zahl der Abiturienten, Universitätsabsolventen und Vorschulkinder ebenso wie auf die der Schulabbrecher. Außerdem werden die Zahlen mit denen aus der Türkei, Norwegen, Liechtenstein, Island, Kroatien, Mazedonien und verglichen.

Gemessen den EU-Bildungsvorgaben und dem Erfolg seiner europäischen Nachbarn liegt Deutschland danach insgesamt bestenfalls im guten Mittelfeld. Spitzenpositionen erreichen deutsche Schüler aber in nicht einer der untersuchten Disziplinen.

Besonders groß sei seit Jahren der Aufholbedarf beim Lesen und Textverständnis. 2009 taten sich noch immer 18,5 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland schwer in dieser wichtigsten Lerndisziplin. Im EU-Schnitt lag diese Zahl etwas höher. Schwächer als andere Länder sei Deutschland auch, wenn es um die Zahl der Abiturienten und der Universitätsabsolventen geht.

kst/dpa-afx
Mehr lesen über